MieterMagazin

 Dezember 2003 - Verbraucher

Emnid-Umfrage

Heizkosten werden unterschätzt

Man könnte meinen, die Deutschen sollten eigentlich wissen, wie man am besten Energie sparen kann - immerhin wird darüber recht häufig berichtet. Diese Annahme trügt jedoch, wie eine Umfrage des Forschungsinstituts Emnid ergab.

Mehr als 91 Prozent der Deutschen halten das Thema Energiesparen für wichtig. Das jedenfalls fanden die Meinungsforscher des Instituts Emnid bei einer Umfrage heraus. Somit sollte man annehmen, dass auch ein ebenso großer Anteil der Bevölkerung in dieser Sache genügend tut, um Energie und damit Geld zu sparen. Doch diese Vermutung ist offenbar falsch und die hohe Zahl der Energiesparwilligen täuscht. Geht es nämlich um das persönliche Engagement, spiele "Energiesparen eine wesentlich geringere Rolle", so Emnid, und kaum 70 Prozent bekannten sich als aktive Energiesparer. Nimmt man an, dass etliche der Befragten dem Interviewer nur eine positive Selbstdarstellung vermittelten, kann man davon ausgehen, dass der tatsächlich sparsame Bevölkerungsanteil noch um einiges darunter liegt - denn wer gibt schon gern zu, kein Energiesparer zu sein?

Die im Rahmen der Dena-Informationskampagne "Zukunft Haus" durchgeführte Umfrage erbrachte ein weiteres Ergebnis: Auch wer energiebewusst lebt, spart trotzdem am falschen Ende. Viele schätzten ihren Energieverbrauch im Haushalt falsch ein "und verschwendeten dadurch Geld und Energie", so Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler: "Wo Schalter betätigt und Autos betankt werden, ist Energieverbrauch sichtbar und spürbar." Der Anteil des privaten Verbrauchs für Heizung und Warmwasser werde hingegen "meist deutlich unterschätzt".

So seien fast 40 Prozent der Befragten der Ansicht, die meiste Energie im Privathaushalt werde für Elektrogeräte verpulvert. Die richtige Antwort laut Dena: "Energie- und damit Geldfresser Nummer Eins ist mit 53 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs die Heizung." Dabei helfe schon "der einfache Dreh am Heizungsventil: Durch zwei Grad weniger Raumtemperatur können 18 Prozent der Energie gespart werden" - das aber vermuteten gerade mal acht Prozent der Befragten.

Tipp: Temperaturen von 20 Grad in viel genutzten Räumen sollten ausreichen, mitunter können es etwa in Bad oder Kinderzimmer auch schon mal 22 Grad sein. Im Schlafzimmer reichen 15 bis 18 Grad. Ein kleines Zimmerthermometer erleichtert die Selbstkontrolle.

alo

  Im Internet:
www.zukunft-haus.info
www.deutsche-energie-agentur.de

nach oben auf dieser Seite    zurück zur letzten Seite    diese Seite drucken    diesen Artikel versenden als E-Mail    zur Startseite Berliner Mieterverein online

Copyright: Berliner Mieterverein e.V., Wilhelmstraße 74, 10117 Berlin