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Das alternative Kulturzentrum Pfefferberg an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg wird derzeit saniert. Die ehemalige Brauerei soll Platz für Musikveranstaltungen, Galerien, ein Wellness-Center, Büros und eine vielseitige Gastronomie bieten. Die Anwohner des rückwärtigen Teutoburger Platzes befürchten jedoch, dass vom alternativen Ansatz nichts mehr übrig bleibt und wehren sich besonders gegen den geplanten Neubau eines Hotels an der Christinenstraße.
"Wo geht's denn hier zum Kollwitzplatz?", fragte ein unbekannter Graffitikünstler an einer Hauswand am Teutoburger Platz. Anders als am Kollwitzplatz, wo sich ein Edelrestaurant neben dem anderen ansiedelte, ist es im Wohngebiet zwischen Schönhauser und Kastanienallee relativ ruhig geblieben. Am "Teute" hat noch kein amerikanischer Präsident gespeist und Touristen verirren sich nur selten hierher. Doch mit der Ruhe könnte es bald vorbei sein: Das Kulturzentrum Pfefferberg wird für insgesamt 40 Millionen DM saniert und bis Ende 2003 stark aufgepeppt. Einige der Gebäude auf dem 13000 Quadratmeter großen ehemaligen Brauereigelände, das sich von der Schönhauser Allee bis zur Christinenstraße erstreckt, stammen noch aus den 1840er Jahren. Der gesamte Komplex steht unter Denkmalschutz. Aus den maroden Gebäuden sollen ein Konzertsaal, Biergarten, Restaurants, Diskotheken, Galerien, Büros für New-Economy-, Neue-Medien- und sonstige Dienstleistungsfirmen entstehen. So sieht es das Konzept der gemeinnützigen Stiftung "Pfefferwerk" vor, die 1999 das weitläufige Areal nach langem Tauziehen zum Preis von 8 Millionen DM vom Bund kaufen konnte. Aus den Reihen der Betroffenenvertretung Teutoburger Platz regt sich jetzt aber Widerstand gegen das - ihrer Meinung nach zu kommerzielle - Sanierungskonzept. Hauptkritikpunkt ist der als "Lückenschluss" geplante Neubau eines 70-Betten-Hotels samt Tiefgarage direkt an der Christinenstraße, also an der "Rückseite" des Pfefferbergs. Die Mieteinnahmen daraus sollen die Wirtschaftlichkeit des gesamten Vorhabens sichern helfen. Anwohner haben dagegen im Juli diesen Jahres eine Bürgerinitiative gegründet: "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, wenigstens das geplante Hotel in der Christinenstraße 18/19 zu verhindern", heißt es. Sie fürchten, dass der Hotelneubau zusätzlichen Liefer-, Kunden- und Busverkehr in die heute ruhige Christinenstraße ziehen wird. Widerspruch hat auch das Landesdenkmalamt angemeldet: Für den blockrandschließenden Hotelbau müsste das unter Schutz stehende Pförtnerhaus abgerissen werden. An dieser Stelle war der Block nie geschlossen. Das Hotel würde die Sichtachse aus der Zionskirchstraße auf die alten Backsteingebäude und den Schornstein des Pfefferbergs verbauen. Die Gewerbeflächen werden zu Preisen zwischen 18,60 DM und 38 DM pro Quadratmeter angeboten. Die Befürchtung der Bürgerinitiative, es würden sich zunehmend teure Kneipen und Restaurants rund um den Teutoburger Platz ansiedeln, scheint deshalb nicht aus der Luft gegriffen. Dass eine solche Entwicklung sich nicht zuletzt auch preistreibend auf die Wohnungsmieten auswirkt, kann man im Nachbarkiez erkennen. Die Anwohner vom Teute haben dafür eine treffende Bezeichnung gefunden: "Kollwitzplatzeffekt".
Jens Sethmann
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