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Einigen Neuköllner Parks, Sportplätzen und Kinderspielplätzen könnte die Schließung drohen, weil der Bezirk nicht mehr genug Personal hat, die Grünflächen zu pflegen.
"Wir haben nur noch 40 Prozent der Mitarbeiter, die wir benötigten, um die Anlagen ordentlich in Schuss zu halten", sagt Bernd Kanert, Leiter des Neuköllner Naturschutz- und Grünflächenamtes. Um eine "angemessene Pflege" der Grünanlagen zu gewährleisten, seien eigentlich 400 Mitarbeiter erforderlich. "Für die 550 Hektar, die wir in Neukölln pflegen und gestalten müssen, stehen aber gerade einmal 168 Mitarbeiter zur Verfügung", klagt der Amtsleiter. Die Tendenz ist weiter fallend: Denn die aktuellen Tarifabschlüsse für den Öffentlichen Dienst führten zu einer "weiteren massiven Arbeitszeitverkürzung". Dadurch würden die Stunden von 18 Vollzeitstellen entfallen. "Auf dieser Grundlage werden wir spätestens im kommenden Jahr entscheiden müssen, welche Grünanlagen oder Spielplätze wir schließen müssen." Zurzeit sei es nur unter "größten Anstrengungen" noch möglich, im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Verkehrssicherungspflicht dafür zu sorgen, dass Parks oder Spielplätze gefahrlos betreten werden können. Doch mit der neuen Arbeitszeitverkürzung im Öffentlichen Dienst, die Gehaltseinbußen durch Freizeitausgleich kompensiere, werde es schon in den kommenden Monaten kritisch: "Wenn wir nicht mehr das Personal haben, das dafür sorgt, dass zum Beispiel bestimmte Parkwege zu begehen sind, müssen wir die Anlage zumachen", prognostiziert Kanert. Welche Grünflächen er konkret im Blick hat, will der Amtsleiter noch nicht sagen: "Die Hasenheide werden wir sicher offen halten, weil dieser Park stark besucht wird." Der größte Neuköllner Park binde jedoch auch extrem viel Personal, das er dann sicher aus anderen Anlagen abziehen müsse. Vorschlägen, die Grünflächen stärker über ehrenamtliches Engagement von Anwohnern zu versorgen, steht Kanert skeptisch gegenüber: Bürgerschaftliches Engagement sei zwar eine "gute Sache", die "Kontinuität fachkundiger Mitarbeiter" lasse sich dadurch jedoch nicht ersetzen. Das sieht die Senatverwaltung für Stadtentwicklung anders: "In Zeiten knapper Kassen müssen auch die Bezirke neue Wege gehen", sagt Sprecherin Petra Reetz. Dem Senat sei nicht entgangen, dass es in den Bezirken teilweise zu "schwierigen" Personalengpässen gekommen sei. Es könne aber nicht angehen, dass ein Bezirk "einfach seine Grünanlagen schließt". Die Aufgabe des Öffentlichen Dienstes sei es, "dem Bürger zu dienen und nicht, mit Parkschließung zu drohen". Andere Großstädte, die weniger Personal zur Verfügung hätten, würden häufig "wesentlich kreativer" mit leeren Kassen umgehen. Viel Arbeit lasse sich etwa durch eine pflegeleichte Bepflanzung einsparen: "Ein Rosenbeet sieht zwar toll aus", meint Petra Reetz, "manchmal reichen aber auch ein paar einfache Stiefmütterchen."
Volker Engels
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