|
Mythos und Realität der arabischen Welt sind zurzeit in der Ausstellung "Leben unter dem Halbmond" zu bestaunen. Vom Leben und Alltag in den Nomadenzelten der Tuareg und Beduinen, den marokkanischen Kasbahs, den prächtigen Hofhäusern in Städten wie Marrakesch, Damaskus und Kairo wird berichtet. Der faszinierende Einblick in die arabischen Wohnkulturen zeigt die raffinierte und sinnliche Seite des Wohnens, die man hinter der strengen Abschirmung der Häuser zur Straße hin kaum vermutet. Hinter den kleinen unscheinbaren Türen aber öffnet sich dem Betrachter mit dem Inneren der Privathäuser eine kaum bekannte Sphäre, denn dieser Bereich ist in der arabischen Welt seit jeher streng vor Fremden geschützt. Auf jeden Fall sollte man sich nicht nur den ausgestellten Alltagsgegenständen wie zum Beispiel Kannen, Brotstempeln oder Kamelsätteln widmen, sondern sich auch Zeit für einige der zehnminütigen Videos nehmen, in denen die Bewohner über ihr Haus und das Leben darin erzählen. So hört man den Händler aus Aleppo die Vorzüge seiner alten, traditionellen Wohnanlage preisen: "Man kann das Tor schließen, und dann ist man frei." Da uns kein Bereich vertrauter ist als unser eigenes Wohnumfeld, kann der Ausstellungsbesucher vergleichend ein eigenes Bild des Lebens in der arabischen Welt gewinnen, in der das reiche Erbe der Kulturen einer Modernität nicht entgegensteht und die Tradition sich im Hier und Heute fortsetzt.
sas
|