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Für den "beispielhaft umgesetzten intelligenten Mix verschiedener energiesparender Techniken und baulicher Maßnahmen" wurden im Juni 2003 die Firmen "LWE Windkraft" und die "AKUT Ingenieur Gesellschaft" von den KlimaSchutzPartnern Berlin prämiert. Sie hatten auf kreative Weise den Altbau Wönnichstraße 103 in Lichtenberg saniert.
Das in warmen gelb-orangen Pastelltönen angestrichene Haus lädt schon von weitem zum Hingucken ein. Durch einen hell gefliesten Durchgang gelangt man in das sprießende Grün in Hof und Garten, der sich nach hinten zwischen den Nachbarhäusern ausdehnt. Die Hausrückwand in zartem Blau rundet die stimmige Farbpalette ab. Auf dem Dach ragt ein Windrad etwa zehn Meter hoch. Module der Photovoltaik- und Kollektoren der solarthermischen Anlage sind vom Garten aus zu erkennen. Den "besonderen Beitrag zum Klimaschutz" sah die KlimaSchutzPartner-Jury in den Maßnahmen zur Reduzierung von Energie- und Wasserverbrauch. Davon werden auch die Mieter profitieren. Denn gleichzeitig sinken die Betriebskosten. Einen besonders hohen Einsparerfolg bietet der Austausch der Braunkohleöfen durch eine zentrale Gas-Brennwert-Heizung. Aber auch die Dämmung der Außenwände mit Mineralfaserplatten trägt über die Ersparnis an Heizenergie zur Emissionssenkung bei. Weitere Einsparpotenziale bietet die Sonne: Über die Kollektoren wird das im Haus verwendete Wasser vorgewärmt. Die Solarmodule erzeugen Strom, dessen Einspeisung in das Netz der BEWAG dem Hausbesitzer 49 Cent pro Kilowattstunde bringt. Mit der ergänzenden Windkraftanlage entsteht eine jährliche Stromproduktion von 10000 Kilowattstunden aus erneuerbaren Energien. Das entspricht in etwa dem Verbrauch des Hauses. Das Zusammenwirken dieser Einzelmaßnahmen führt nach Angaben des ausführenden Ingenieurbüros AKUT zu einer Reduktion der CO2-Emission um 75 Prozent. In einer sechs Kubikmeter großen unterirdischen Zisterne im Garten wird das Regenwasser gesammelt und mit dem zurückfließenden Abwasser aus Duschen, Wasch- und Spülmaschinen gemischt. Das Grau- und Bruchwasser wird dann auf eine Filterstrecke geschickt. Dabei durchläuft es verschiedene Reinigungsbecken mit Filtern und Membranen und gelangt in die mit Riethgräsern und anderen Pflanzen bewachsenen Holzkästen im Hof. Hier säubern spezielle Bakterien das verschmutzte Wasser. Am Ende wird ein Wasser mit Trinkwasserqualität erneut in den Hauskreislauf eingeleitetet. Es speist dann die Duschen, die Waschmaschinen und die Toiletten und wird zur Gartenbewässerung benutzt. "Möglich wurden diese Maßnahmen nur, weil alle Bewohner im Haus es wollten", fasst Ferdinand Beetstra aus der prämierten Planungsgruppe, Miteigentümer der Wönnichstraße 103 und Projektmitglied der ersten Stunde, seine Erfahrungen zusammen. "Es gibt einen Wasserkreislauf mehr, man muss sich entscheiden, welchen Hahn man wozu aufdreht. Das ist hier kein Problem." Der Planer schränkt ein, dass es "für manche Menschen eine hygienische Barriere gibt, benutztes Wasser in der Dusche oder Waschmaschine zu verwenden". Nach Beetstra gibt es aber Möglichkeiten zum Variieren: "Es wird auch schon Trinkwasser eingespart, wenn nur die Toiletten mit dem aufbereiteten Brauchwasser gespült werden." Zusätzlich zur Grau- und Regenwasseranlage wurden wassersparende Sanitär-Objekte wie Ein-Liter-Spartoiletten und Spararmaturen eingebaut. Der Trinkwasserverbrauch des Hauses konnte durch die Summe der Maßnahmen um 85 Prozent gesenkt werden. Für die Sanierung und Modernisierung des Hauses erhielten die Eigentümer 20 Prozent Förderung aus dem Programm Soziale Stadterneuerung, insgesamt wurden 675000 Euro verbaut. Die Miete beträgt jetzt 4,20 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen die Betriebskosten inklusive Heizkosten mit 1,30 Euro pro Quadratmeter. Obwohl die Investitionskosten überschaubar sind und es diverse Förderprogramme gibt, tun sich Wohnungsgesellschaften und private Hausbesitzer mit solchen Investitionen in die Zukunft noch schwer. "Viel bürokratischer Aufwand und kein direkter finanzieller Nutzen stoppen die Motivation" so Christoph Massei von der Firma AKUT. Der Vertreter des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, Siegfried Rehberg, bestätigt, dass ein Investor vor allem "das Verhältnis Ökonomie zu Ökologie im Auge hat". Bei den Mietern, so Rehberg, käme Umweltschutz gut an. "Gebäude mit umgesetzten ökologischen Maßnahmen sind voll vermietet", so der Verbandsvertreter.
Clara Luckmann
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