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Die Firma "Contest Finanzdienstleistungen" ist beim Berliner Mieterverein (BMV) kein unbeschriebenes Blatt. Als Privatisierungsprofi kauft sie größere Blöcke auf, meist aus dem Bestand von Wohnungsbaugesellschaften, und wandelt sie in Eigentumswohnungen um. Für die Mieter ist das häufig mit höheren Kosten verbunden, denn die Contest versteht sich darauf, über Nebeneinnahmen Geld zu machen. Bestes Beispiel: die Büxensteinallee 11-15 in Köpenick. Bei der Überprüfung der Betriebskostenabrechnung fielen Rechtsberater Dr. Michael Häberle vom Berliner Mieterverein die hohen Kosten für die Gemeinschaftssatellitenanlage auf.
Wie sich herausstellte, war nach der Umwandlung der Häuser 1997 ein merkwürdiger Vertrag geschlossen worden. Eine Frau Ewa-Maria Bär vermietet der Wohnungseigentümergemeinschaft, vertreten durch die Contest, diese wiederum vertreten durch den Geschäftsführer Ernst Bär, eine Gemeinschaftsantennenanlage. Hierfür wird der stolze Mietpreis von 840 DM monatlich zuzüglich Mehrwertsteuer und Indexsteigerungen verlangt. Dazu kommen noch Wartung und Instandhaltung, die ebenfalls von der Eigentümergemeinschaft zu tragen sind. Das ergibt einen jährlichen Anteil pro Wohnung von derzeit rund 107 Euro. "Das liegt deutlich über dem, was beim Anschluss an das normale Kabelnetz zu zahlen wäre", sagt Dr. Häberle. Insofern sei das von der Contest gewählte Vertragsmodell ein Verstoß gegen die Grundsätze der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung. Die Contest sieht das anders. Für Kabelfernsehen seien bis zu 156 Euro im Jahr üblich. Lediglich bei Globalverträgen mit großen Wohnungsbaugesellschaften seien die Kosten geringer. Hier handele es sich jedoch um eine Anlage mit nur 56 Wohnungen. "Die Mieter könnten sich aber auch eine Satellitenschüssel kaufen und kämen dann viel billiger weg", argumentiert der Rechtsberater des Berliner Mieterverein. Obwohl einige Mieter in der Büxensteinallee seit Jahren die Kosten nicht oder nur zum Teil zahlen, wurde bislang keine Klage eingereicht. Offenbar wollen die Contest beziehungsweise die Einzeleigentümer der vermieteten Wohnungen die Sache auf sich beruhen lassen. Unterm Strich trotzdem eine hübsche Nebeneinnahme für Familie Bär - und dies zu Lasten der Wohnungseigentümer und der Mieter.
Birgit Leiß
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