|
In Berlin haben 2001 deutlich mehr Mieter Wohngeld bezogen als im Jahr zuvor: Am Stichtag 31. Dezember 2001 erhielten genau 210387 Haushalte Wohngeld - 9,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Jeder neunte Berliner Haushalt bezog nach den jüngsten Angaben des Statistischen Landesamts im Jahr 2001 Wohngeld. Tendenz steigend: Im Jahr 2000 war es noch jeder Zehnte. Die Statistik verzeichnet in jenem Jahr einen Zuwachs von 17728 einkommensschwachen Haushalten, die ohne Beihilfe vom Wohnungsamt die Miete nicht zahlen können. Ganz vergleichbar sind die Zahlen von 2000 und 2001 jedoch nicht. Zum 1. Januar 2001 wurde das Wohngeldgesetz neu gefasst. Die Einkommensgrenzen wurden erhöht und die wohngeldfähigen Miethöchstbeträge angehoben. Dadurch sind bundesweit 420000 Haushalte neu in den Genuss von Wohngeldzahlungen in Höhe von zusätzlich 720 Millionen Euro gekommen. Die Sonderregelungen für den Ostteil Berlins wurden weitgehend abgeschafft und West-Berlin in die höhere "Mietenstufe 3" eingeordnet. Das Wohngeld wird je zur Hälfte vom Bund und vom Land getragen. Man unterscheidet zwischen dem "Allgemeinen Wohngeld", das vom Wohnungsamt ausgezahlt wird und früher "Tabellenwohngeld" genannt wurde, und dem "Besonderen Mietzuschuss", der bisher unter dem Namen "Pauschalisiertes Wohngeld" firmierte und vom Sozialamt an Sozialhilfeempfänger gezahlt wird. "Allgemeines Wohngeld" haben 104442 Berliner Haushalte bezogen, 23699 Haushalte mehr als Ende 2000. Das entspricht einer Steigerung um 29,4 Prozent. Leicht zurückgegangen ist hingegen die Zahl derjenigen, die einen "Besonderen Mietzuschuss" bekommen. Sie sank um 5971 (5,3 Prozent) auf 105945 Haushalte. Die Summe der Wohngeldzahlungen betrug im Jahr 2001 insgesamt 298,3 Millionen Euro. Das sind 41,8 Millionen Euro beziehungsweise 16,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Durchschnittlich bekam jeder Wohngeldempfänger monatlich 125 Euro, rund 9 Euro mehr als im Vorjahr. Der "Besondere Mietzuschuss" betrug dabei im Schnitt 156 Euro, das "Allgemeine Wohngeld" 95 Euro pro Monat. In den Bezirken wird Wohngeld in sehr unterschiedlichem Ausmaß in Anspruch genommen. Mit Abstand am meisten Wohngeldbezieher gibt es in den Bezirken Neukölln mit 17,3 Prozent und Friedrichshain-Kreuzberg mit 17,2 Prozent aller Haushalte. Die geringste Quote hat - wenig überraschend - Steglitz-Zehlendorf mit 5,8 Prozent. Zum 1. Januar 2002 wurde dem steigenden Mietniveau Rechnung getragen und ganz Berlin in die "Mietenstufe 4" eingeordnet. Sowohl die Zahl der Wohngeldempfänger als auch die ausgezahlten Beträge werden sich dadurch voraussichtlich weiterhin erhöhen.
Jens Sethmann
|