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Hoch oben im Norden Berlins scheinen die Uhren etwas anders zu gehen. Während die meisten Großsiedlungen mit Leerstand zu kämpfen haben, liegt er bei der Gesobau im Märkischen Viertel lediglich bei drei Prozent. Und während es für andere Wohnungs-baugesellschaften selbstverständlich ist, die Heizkosten der Mieter verbrauchsabhängig abzurechnen, wird das bei rund 9000 Woh-nungen der Gesobau seit über zehn Jahren nicht gemacht.
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Die Gesobau mit ihrem Bestand von insgesamt 43000 Wohnungen gilt mittlerweile als wertvollste landeseigene Gesellschaft. Immer wieder gibt es Gerüchte um einen angeblichen Verkauf des Unternehmens. "Wir sind über solche Meldungen auch irritiert, wir wissen davon nichts", sagt dazu Vor-standsmitglied Jürgen Lüdtke. Um Geld für die Sanierung zu haben, sollen aber auf jeden Fall Teile des Bestandes verkauft werden.
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Kernstück des Gesobau-Bestandes ist das Märkische Viertel. Etwa 40000 Menschen wohnen in den 16000 Wohnungen - und das überwiegend gerne, wie Mieterumfragen belegen. Der zum 1. April aus Altersgründen ausge-schiedene Vorstandschef Dr. Rolf Brüning hat zweifellos viel getan, um das Viertel von seinem Negativ-Image zu befreien. Noch in den 80er Jahren galt das von 1963 bis 1974 erbaute "MV" als Problemgebiet, in das keiner ziehen wollte. Mittlerweile haben die Berliner laut Marktforschungsunter-suchungen eine überwiegend positive Meinung von dem Quartier. Die Gesobau verweist auf die "gesunde Sozialstruktur", zu der auch die Genos-senschaft "Max" beitrage. Sie hat vor einigen Jahren 530 Wohnungen aus dem Bestand der Gesobau übernommen.
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Eine Wohnungsbaugesellschaft, so Brünings Philosophie, dürfe sich nicht allein auf das Verwalten beschränken. Schon zu Zeiten der Vollvermietung setzte man auf Mieterservice und Wohnumfeldverbesserungen. Bereits Anfang der 80er Jahre wurden beispielsweise die Hauseingangsbereiche umgestaltet - mittlerweile Standard bei den Großsiedlungen. In den letzten Jahren entstanden mehrere Service-Stützpunkte im Wohnviertel, die sich rund um die Uhr um alle Anliegen der Mieter kümmern. Stolz ist man auch auf die über 1000 Grundrisse. "Das Märkische Viertel ist ideal für Familien, wegen der guten Infrastruktur und dem vielen Grün", sagt Jürgen Lüdtke vom Vorstand. Vermietungsprobleme gebe es kaum, die meisten Mieter wohnen schon sehr lange im Gebiet.
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Auch mit der verbrauchsunabhängigen Heizkostenabrechnung - eigentlich ein Kuriosum - scheinen die meisten Bewohner keine Probleme zu haben. Nach Angaben des Mieterbeirats lehnt die Mehrzahl eine Änderung ab. Begründung: Wegen der Einrohrheizsysteme sei eine gerechte Erfassung des Verbrauchs nicht möglich. Der Berliner Mieterverein, der einen Mieter vertritt, der das nicht akzeptiert, überprüft derzeit diese Argumente - denn so ganz anders können die Uhren im Norden auch nicht gehen.
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Birgit Leiß
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Geringer Leerstand, zufriedene Mieter: Gesobau-Vorstandsmitglied Jürgen Lüdtke (Bildmitte) und seine Mitarbeiter sind stolz
Foto: Hartmann Vetter
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" Das Märkische Viertel beweist, dass Großsied-
lungen gute Wohnverhält-
nisse schaffen und eine Zukunft haben."
Dr. Rolf Brüning, von 1982
bis 2002 Vorstandschef
der Gesobau
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