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Betr.: MieterMagazin 12/01, Seite 16, „Flussbett am Pallasseum“
Gegen Bewohnerinteressen
Zur Entstehungsgeschichte
dieses so genannten robusten Parks ist zu sagen, dass er gegen den Widerstand
einer großen Zahl von Anwohnern und vor allem gegen deren Bedürfnisse geplant
und durchgesetzt worden ist. Es gab seitens des Mieterbeirates Pallasstraße
eine Alternativplanung, die sinnvoller und angesichts leerer staatlicher Kassen
wesentlich preisgünstiger war. Als Beispiel mag gelten, dass selbst die
Baumkommission Schöneberg angesichts der Fällung von 16 ausgewachsenen Pappeln
gegen dieses Projekt votierte. Diese nun entstandene Steinwüste weist einen
höheren Grad an Bodenversiegelung als die einstmalige Parkplatzfläche auf. Die
Händler in der Potsdamer Straße rufen seit Jahren nach Parkmöglichkeiten, um
dem durchfahrenden Autobenutzer einen Anreiz zum Einkauf anzubieten. Die
einstige Benamsung Park ist längst der eines Kinderspielplatzes gewichen. Jetzt
fehlen nur noch die Kinder. Wir würden Sie bitten, das Projekt Pallaspark
weiterhin beobachtend zu verfolgen und in vielleicht einem halben Jahr nochmals
resumierend darüber zu berichten.
Mieterbeirat Pallasstraße,
Jürgen Mann
Verdrängung in Prenzlauer Berg
Das Verwaltungsgericht hat ein (hoffentlich nicht) beispielhaftes Urteil zu Gunsten von Vermietern gesprochen,
indem es Mietobergrenzen, die zum Schutz von Mietern festgelegt wurden, außer
Kraft setzte – dies durch einen Richter, der durch vermieterfreundliche Artikel
im Blatt der Grundbesitzer seine eigene Meinung sehr offen legte. Damit ist
eine weitere Verdrängung der bisher schon seit der Wende um rund 60 Prozent
vertriebenen „Ur-Einwohner“ des ehemaligen Ost-Berliner Arbeiterbezirks
Prenzlauer Berg vorprogrammiert. Warum übrigens ausgerechnet die PDS für den
Erhalt des Kieznamens „im Interesse der neureichen Zugezogenen aus Schwaben und
München“ eintritt (Tagesspiegel vom 23.9.), in dem nicht mehr das Proletariat
wohnt, „sondern der Designer“ (Jürgen Engert, Berliner Morgenpost vom 23.10.)
ist zwar unerfindlich, zeigt aber wohl auch die Veränderungen, die diese Partei
vollzog. Umso wichtiger ist es, alle Privatisierungswünsche der Partei der
Besserverdienenden (FDP) zu verhindern, weil damit der letzte Wall einer
Einflussnahme des Senats beziehungsweise der Öffentlichkeit auf relativ
bezahlbare Wohnungen einer nicht so gut betuchten Mieterschaft weggeschwemmt
würde.
G. Rosenberg, 13125 Berlin
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