MieterMagazin

 März 2002 - intern

Leserbriefe


Betr.: MieterMagazin 12/01, Seite 16, „Flussbett am Pallasseum“


Gegen Bewohnerinteressen

Zur Entstehungsgeschichte dieses so genannten robusten Parks ist zu sagen, dass er gegen den Widerstand einer großen Zahl von Anwohnern und vor allem gegen deren Bedürfnisse geplant und durchgesetzt worden ist. Es gab seitens des Mieterbeirates Pallasstraße eine Alternativplanung, die sinnvoller und angesichts leerer staatlicher Kassen wesentlich preisgünstiger war. Als Beispiel mag gelten, dass selbst die Baumkommission Schöneberg angesichts der Fällung von 16 ausgewachsenen Pappeln gegen dieses Projekt votierte. Diese nun entstandene Steinwüste weist einen höheren Grad an Bodenversiegelung als die einstmalige Parkplatzfläche auf. Die Händler in der Potsdamer Straße rufen seit Jahren nach Parkmöglichkeiten, um dem durchfahrenden Autobenutzer einen Anreiz zum Einkauf anzubieten. Die einstige Benamsung Park ist längst der eines Kinderspielplatzes gewichen. Jetzt fehlen nur noch die Kinder. Wir würden Sie bitten, das Projekt Pallaspark weiterhin beobachtend zu verfolgen und in vielleicht einem halben Jahr nochmals resumierend darüber zu berichten.
Mieterbeirat Pallasstraße, Jürgen Mann


Verdrängung in Prenzlauer Berg

Das Verwaltungsgericht hat ein (hoffentlich nicht) beispielhaftes Urteil zu Gunsten von Vermietern gesprochen, indem es Mietobergrenzen, die zum Schutz von Mietern festgelegt wurden, außer Kraft setzte – dies durch einen Richter, der durch vermieterfreundliche Artikel im Blatt der Grundbesitzer seine eigene Meinung sehr offen legte. Damit ist eine weitere Verdrängung der bisher schon seit der Wende um rund 60 Prozent vertriebenen „Ur-Einwohner“ des ehemaligen Ost-Berliner Arbeiterbezirks Prenzlauer Berg vorprogrammiert. Warum übrigens ausgerechnet die PDS für den Erhalt des Kieznamens „im Interesse der neureichen Zugezogenen aus Schwaben und München“ eintritt (Tagesspiegel vom 23.9.), in dem nicht mehr das Proletariat wohnt, „sondern der Designer“ (Jürgen Engert, Berliner Morgenpost vom 23.10.) ist zwar unerfindlich, zeigt aber wohl auch die Veränderungen, die diese Partei vollzog. Umso wichtiger ist es, alle Privatisierungswünsche der Partei der Besserverdienenden (FDP) zu verhindern, weil damit der letzte Wall einer Einflussnahme des Senats beziehungsweise der Öffentlichkeit auf relativ bezahlbare Wohnungen einer nicht so gut betuchten Mieterschaft weggeschwemmt würde.
G. Rosenberg, 13125 Berlin

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