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Die Gefahr der Erkrankung durch Legionellen in der Wohnanlage an der Else-Lasker-Schüler-Straße 10-22/Einemstraße 2-8b im Stadtteil Schöneberg ist vorerst gebannt. Das ergaben neueste Messungen in dem am Nollendorfplatz gelegenen Wohnkomplex, deren Ergebnisse Elisabeth Ziemer (Bündnis 90/Die Grünen), Gesundheitsstadträtin des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, kürzlich veröffentlicht hat. Die damalige Besitzerin der Wohnanlage, die "Euroim GmbH", hatte im vergangenen Herbst eine zweite Wasserpumpe einbauen lassen, nachdem ihr das Bezirksamt andernfalls die Zahlung eines Bußgeldes angedroht hatte. Weil das Wasser infolge des Einbaus einer zweiten Pumpe weniger lang in den Leitungen stehe, hätten die Erreger weniger Gelegenheit, sich zu vermehren, so Ziemer.
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Bisher war der gesamte Häuserkomplex mit mehr als zehn Blöcken am Nollendorfplatz lediglich von einer Verteileranlage gespeist worden. Entsprechend lange stand das Wasser in den Leitungen und entsprechend gut konnten sich hier die Erreger vermehren. Die Bewohner des Wohnblocks wurden über die mögliche Gesundheitsgefährdung und ratsame Vorbeugungsmaßnahmen per Aushang informiert.
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Für die Anzahl von Legionellen, die im Trinkwasser toleriert werden kann, gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte. "Bis zu zehn kolonienbildende Einheiten Legionellen pro Milliliter gelten als gesundheitlich unbedenklich", sagt Elisabeth Ziemer. In der Wohnanlage sei vor dem Einbau der zweiten Pumpe jedoch fast die zehnfache Menge gemessen worden. Bei den vier vor kurzem entnommenen Proben nach dem Pumpeneinbau sind nach Angaben Ziemers 0, 7, 9 und 38 kolonienbildende Einheiten Legionellen pro Milliliter festgestellt worden. Diese Werte seien "nicht Besorgnis erregend". Dennoch fordert sie "eine baldige umfassende Sanierung des gesamten Rohrleitungssystems." "Die teilweise stark verkalkten Rohre sind weiterhin ein guter Nistplatz für die Erreger", so Ziemer.
Die im Wasser vorhandenen Legionellen führen nicht zu einer direkten Gesundheitsgefährdung. Eine Ansteckungsgefahr geht nur dann von ihnen aus, wenn sie feinstverteilt in Wassertröpfchen, in so genannten Aerosolen, eingeatmet werden. Das kann beispielsweise beim Warmduschen passieren. Bei Temperaturen zwischen 30 und 45 Grad gedeihen Legionellen am besten. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Zur Gefahrenminderung empfiehlt das Bezirksamt, das Wasser vor dem Duschen erst zwei Minuten ablaufen zu lassen. "Eine solche Vorgehensweise ist auf Dauer jedoch wenig sinnvoll, sie bedeutet schließlich eine enorme Wasserverschwendung", sagt Ziemer. Bei Temperaturen über 70 Grad werden Legionellen abgetötet.
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Legionellen können das so genannte Pontiac-Fieber, das einem grippalen Infekt ähnelt, auslösen. In manchen Fällen kann es zu der Legionärskrankheit kommen, einer schweren Lungenentzündung.
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Für Elisabeth Ziemer bedeuten die jetzt niedrigeren Legionellenwerte keine generelle Entwarnung: "Das Bezirksamt behält sich vor, den Legionellengehalt des Leitungswassers in Zukunft erneut untersuchen zu lassen und im Fall erhöhter Werte entsprechend darauf zu reagieren."
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Volker Wartmann
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Wohnanlage Else-Lasker-Schüler-/Einemstraße: Legionellengefahr nach Einbau einer zweiten Pumpe deutlich reduziert
Foto: Volker Wartmann
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