Pressemitteilung Nr. 18/26
Der Berliner Mieterverein begrüßt, dass Berlins landeseigene Wohnungsunternehmen (LWU) ihren Bestand seit 2016 um 92.000 Wohnungen erweitern konnten. „Wir beglückwünschen den Senat und die Wohnungsunternehmen zum Erreichen dieses Meilensteins von mehr als 400.000 Wohnungen im landeseigenen Wohnungsbestand -“, sagt Wibke Werner, Geschäftsführerin im BMV. „Mit Investitionen von mehr als 15 Milliarden Euro konnte neben dem Neubau auch ein erheblicher Anteil von 49.000 Bestandswohnungen angekauft werden. Dass von 43.000 Neubauwohnungen allerdings nur 16.500 Sozialwohnungen bis Ende 2025 errichtet werden konnten, ist vor dem Hintergrund der Milliardeninvestitionen, der etwa 80.000 ausgelaufenen Sozialbindungen der vergangenen 10 Jahre sowie dem erheblichen Bedarf dennoch ernüchternd.“
Die 2016 beschlossene Roadmap des damaligen schwarz-roten Senats mit den sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen setzte ambitionierte Ziele: 400.000 Wohnungen im Bestand, umfang-reiche Ankäufe und substanzieller Neubau. Ein nüchterner Blick auf die Bilanz zeigt: Das zentrale Versprechen der Roadmap – bezahlbarer Wohnraum für alle Berliner:innen – konnte beim Neubau nicht eingelöst werden. „Die Roadmap 2.0 muss sich vor allem auf mitpreisgebundene Wohnungen fokussieren. Dafür genügt nicht nur die Erhöhung der Quoten, sondern es sind auch zielgerichtete Strategien und mehr Nachhaltigkeit erforderlich, insbesondere im Umgang mit staatlichen Fördergeldern, die in den Wohnungsbau fließen“, so Werner weiter.
Unsere Forderungen für die kommende Roadmap 2.0
1. Neubauförderung: Quote auf mindestens 70 % anheben
Die aktuelle Förderquote von 50 % im Neubau ist nicht bedarfsgerecht. Im freifinanzierten Segment werden Kaltmieten zwischen 14 und 20 Euro aufgerufen – was für die breite Bevölkerung nicht leistbar ist. Der BMV fordert, die Quote geförderter Wohnungen im Neubau auf 70 % anzuheben. Be-sonders nachdem der WBS für mittlere Einkommen eingeführt wurde, ist der Zugang für Haushalte mit kleineren Einkommen deutlich verengt. Auch muss die Wiedervermietungsquote von Sozialwohnungen im Bestand von 63 % auf 75 % erhöht werden, um den Bedarf der Berliner:innen an bezahl-baren Wohnungen zu decken.
2. Effizienz und Strategie: Gemeinsame Bau-Holding endlich umsetzen
Mit Ressourcenbündelung und wirtschaftliche Synergien, wie z.B. durch eine gemeinsame Bau-Hol-ding muss effizienter gebaut werden. Auch ein Umbauprogramm fehlt in der Strategie gänzlich. Eine Verlängerung der Roadmap sollte einen Schwerpunkt beim Umbau von Gewerbe in Wohnraum setzen. Das spart in vielen geeigneten Fällen Kosten und Zeit, wie Best Practice Beispiele genossenschaftlicher Akteure zeigen.
3. Instandhaltung und Wärmekosten: Mieter:innen nicht im Stich lassen
In zahlreichen Siedlungen werden Instandhaltungspflichten vernachlässigt – mit teils erheblichen Mängeln an Gebäuden, Wohnungen und Außenanlagen. Die Kommunikation mit den Betroffenen ist vielerorts unzureichend. Hinzu kommen in vielen Fällen deutlich überhöhte Wärmelieferkosten, die bei LWU-Mieter:innen zu Existenzsorgen führen. Hier müssen die Unternehmen besser werden.
Der Berliner Mieterverein erwartet, dass die neue Roadmap 2.0 nachsteuert beim tatsächlichen Bedarf und den Zugang für Haushalte mit kleinen und normalen Einkommen erweitert.
Berlin, 15. April 2026
16.04.2026




