Pressemitteilung 47/26
Der Berliner Mieterverein appelliert an den Berliner Senat, die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Kürzungen des Wohngelds abzulehnen und in der morgen angesetzten Sitzung des Bundesrats dagegen zu stimmen. „Die geplanten Kürzungen des Wohngeldetats in Höhe von 45 Prozent sind unverhältnismäßig und sozialpolitisch verantwortungslos“, sagt Wibke Werner, Geschäftsführerin im Berliner Mieterverein. 93 Prozent aller Wohngeldempfänger:innen sind Miethaushalte, vor allem Rentner:innen, Familien mit Kindern und Alleinlebende“, so Werner, „diese Menschen verfügen über wenig finanziellen Spielraum und müssen angesichts steigender Wohnkosten dringend unterstützt werden.“ Seit Jahren steigen die Mieten in Berlin. Allein in den letzten 10 Jahren sind die Angebotsmieten um fast 70 Prozent gestiegen. Gleichzeitig beziehen rund 55.000 Haushalte in Berlin Wohngeld, von denen ein Großteil spürbar von den drohenden Wohngeldkürzungen betroffen sein werden.
Der Sozialstaat Deutschland steht in der Pflicht für eine bezahlbare Wohnraumversorgung. Die Kürzungen des Wohngelds sind der grundweg falsche Ansatz und werden das Risiko von Mietrückständen und drohendem Wohnungsverlust erhöhen.
Die Wohnungs- und Mietenkrise hat sich in Deutschland auf hohem Niveau verfestigt und wird zunehmend zur Sozialstaatskrise. Das belegt der kürzlich veröffentlichte Mietenreport des Deutschen Mieterbundes. 58 Prozent berichten in der repräsentativen Befragung von gestiegenen Wohnkosten innerhalb der vergangenen zwölf Monate. 29 Prozent sorgen sich, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Jeder Zweite befürchtet, im Bedarfsfall keine bezahlbare Ersatzwohnung zu finden. Mehr als jede:r vierte Mieter:in gibt an, die eigene Wohnung nach einem starken Einkommensverlust höchstens noch drei Monate halten zu können.
Die Stellungnahme des Deutschen Mieterbundes zum Wohngeld finden Sie hier: https://mieterbund.de/app/uploads/2026/06/20260626_Stellungnahme_Vereinfachung-Wohngeld.pdf
Den Mietenreport 2026 finden Sie hier: https://mieterbund.de/app/uploads/2026/08/Mietenreport-2026.pdf
Berlin, den 24. September 2026
24.09.2026




