Pressemitteilung 49/26
Das IBB-Wohnungsmarktbarometer 2026 bestätigt die wohnungspolitischen Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre: Während im unteren und mittleren Mietpreissegment abertausende bezahlbare Wohnungen fehlen, gibt es im oberen Preissegment erstmals einen Angebotsüberschuss. Schon die Miethöhen im IBB Wohnungsmarktbericht 2026 zeigte im hohen Preissegment, dass der Wohnungsmarkt in diesem Segment vermutlich nahezu gesättigt ist.
„Seit Jahren entstehen in Berlin Eigentumswohnungen und Mietwohnungen im Luxussegement, während Menschen mit normalen Einkommen kaum noch eine bezahlbare Wohnung finden. Die Wohnungswirtschaft produziert am Bedarf vorbei oder gar nicht. Der normale Mietwohnungsbau wird den landeseigenen Wohnungsunternehmen und dem Staat überlassen.“, kritisiert Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins.
Der Berliner Mieterverein fordert, dass auch die großen privaten Vermietenden wie Vonovia, Adler, Heimstaden und andere endlich stärker in die Verantwortung genommen werden müssen. „Wer am Berliner Wohnungsmarkt mitmischt, muss auch für die Breite der Gesellschaft Wohnungen bereitstellen., sagt Bartels. Berlin braucht eine verbindliche Sozialvermietungsquote, die private Wohnungsunternehmen in die Pflicht nimmt. Das Land Berlin sollte zudem prüfen, ob mit dem geltenden Bauturbo städtebauliche Verträge mit privaten Bauherren infrage kommen.
Das IBB-Barometer macht deutlich, dass die Baukosten bereits im fünften Jahr in Folge als größte Herausforderung für den Neubau von Mietwohnungen gelten. Die Hoffnung, Wohnungsneubau allein werde das Problem lösen, ist offenkundig keine tragfähige Strategie. Notwendig sind eine aktive Bodenpolitik, die konsequente Begrenzung von Mietsteigerungen und eine bessere Nutzung vorhandener Wohn- und Gewerberäume.
Berlin, den 01. Oktober 2026
01.10.2026




