Josef Kaiser (1910 bis 1991) war einer der stilprägenden Architekten der DDR. Der zweite Abschnitt der Karl-Marx-Allee mit dem Kino International, dem Café Moskau und dem Hotel Berolina kommt ebenso von seinem Reißbrett wie das Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz, das DDR-Außenministerium, das Kino Kosmos und viele andere Entwürfe.
Da er immer in Kollektiven gearbeitet hatte, war sein Name nie besonders präsent. In den 70er und 80er Jahren war er als Berater an fast allen wichtigen Bauten Ost-Berlins beteiligt. Das MieterMagazin porträtierte ihn als den „heimlichen Star der Ost-Moderne“ (MM 10/2025, Seite 24/25). Die Berlinische Galerie widmet Josef Kaiser nun erstmals eine Ausstellung. Sie zeigt Zeichnungen, Collagen, Fotografien, Filme sowie Modelle und beleuchtet die wechselhaften politischen und ästhetischen Spannungsfelder seiner Zeit. Zu sehen sind auch heutige künstlerische Reaktionen auf Kaisers Werk. So erweckt Tracey Snelling den nie gebauten utopischen Entwurf eines Großhügelhauses von 1968 mit Video, Sound und fiktiven Bewohner:innen zum Leben.
js
27.10.2026




