Die geplanten drastischen Einschnitte beim Wohngeld haben bei Sozialverbänden und Mieterorganisationen Unverständnis und Empörung ausgelöst. Von einem fatalen Signal mitten in der Wohnungsnot spricht der Berliner Mieterverein.

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Etwa eine Milliarde Euro will Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) durch Wohngeldkürzungen einsparen. Rund 1,2 Millionen Haushalte in Deutschland beziehen derzeit Wohngeld, allein in Berlin sind es 54.000. Etwa ein Drittel davon könnte künftig leer ausgehen. Der Referentenentwurf sieht unter anderem eine Halbierung der Heizkostenkomponente vor, eine Aussetzung der jährlichen Anpassung für 2027 sowie eine Erhöhung des angerechneten Einkommens. Als bitter, aber aufgrund der Haushaltslage notwendig, bezeichnete Hubertz (SPD) die Reform.
Der Deutsche Mieterbund (DMB) fordert zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) eine Rücknahme der Pläne. In Zeiten explodierender Mieten wären die Kürzungen ein falsches Signal, erklärte DMB-Präsidentin Melanie Weber-Moritz. Wohngeld sei kein Zuschuss „on top“, sondern häufig die entscheidende Voraussetzung, um die eigene Wohnung halten zu können. Das Risiko für Mietrückstände, Wohnungsverlust und Wohnungslosigkeit steige also an.

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Auch der Berliner Mieterverein (BMV) schlägt Alarm. „In einer Stadt mit anhaltender Wohnungsnot, steigenden Mieten und wachsender Armut wäre eine Kürzung des Wohngeldes sozialpolitisch unverantwortlich und kurzsichtig“, sagt BMV-Geschäftsführerin Wibke Werner. Betroffen wären vor allem Alleinerziehende, Rentner:innen sowie Familien mit wenig Einkommen. Es sei ohnehin nur eine Aktion nach dem Muster „von der linken Tasche in die rechte Tasche“ – das Wohngeld würde bei Bund und Ländern gespart, für die neu auftretenden Kosten für die Grundsicherung müssten dann die Kommunen aufkommen.

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Noch ist das Gesetz im Abstimmungsprozess. Voraussichtlich im Herbst soll es im Bundestag beraten werden. Der BMV fordert den Berliner Senat auf, sich gemeinsam mit anderen Bundesländern gegen die Kürzungspläne zu stellen.
Birgit Leiß
Der Mieterverein zu Hamburg ruft zum Protest auf und stellt Mietenden einen Musterbrief für ihre Abgeordneten zur Verfügung. Er muss aber an die Berliner Situation angepasst werden:
www.mieterverein-hamburg.de/wp-content/uploads/2026/07/Musterbrief_Wohngeldreform.pdf
26.08.2026




