Die Hitzewelle in diesem Sommer hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig wirksamer Hitzeschutz ist. Vor diesem Hintergrund alarmieren Zahlen der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die zeigen, dass fast eine Million Stadtbäume aus deutschen Städten verschwunden sind.

Foto: Nils Richter
Der „Hitze-Check“ der DUH hat in 195 deutschen Städten mit mehr als 50.000 Einwohner:innen untersucht, wie es um die Baumüberschirmung und Flächenversiegelung steht. Demnach sind zwischen 2018 und 2025 über 900.000 Bäume aus den Städten verschwunden. Die DUH fordert eine konsequente Umsetzung der sogenannten 3-30-300-Regel: „Bürgerinnen und Bürger sollten von ihrem Zuhause aus mindestens drei Bäume sehen können, in einem Umfeld mit 30 Prozent Baumbeschirmung leben und die nächste Grünfläche sollte höchstens 300 Meter entfernt sein.“
Zumindest bei der Baumbeschirmung schneidet Berlin mit 32 Prozent gut ab. Insgesamt landet die Bundeshauptstadt aber nur im Mittelfeld, weil die Versiegelung zwischen 2018 und 2025 zunahm und die Stadt beim Hitzebetroffenheitsindex eher schlecht abschneidet. 57.157 Bäume hat Berlin demnach im Untersuchungszeitraum verloren. Aktuell gibt es berlinweit rund 439.000 Straßenbäume – mit Abstand am häufigsten kommt die Linde vor, gefolgt von Ahorn und Eiche. Mehr als die Hälfte der Bäume ist über 40 Jahre alt. Das im Herbst per Volksentscheid erkämpfte Berliner Klimaanpassungsgesetz schreibt eine Umsetzung der 3-30-300-Regel gesetzlich vor, ebenso eine Million Stadtbäume und gut 4000 Mini-Parks bis 2040.
Expert:innen befürchten, dass dieses Ziel nicht zu halten ist und warnen im Juni vor einem „Fehlstart“. Die Bezirke, in denen die Diskrepanz zwischen Fällungen und Neupflanzungen besonders groß ist, sind Reinickendorf, Marzahn-Hellersdorf und Pankow.
Katharina Buri
26.08.2026




