Die diesjährige Delegiertenversammlung des Berliner Mietervereins hat den Wirtschafts-Ingenieur Daniel Buchholz zum neuen Schatzmeister nachgewählt. Die Gastrednerin Greta Schabram von den Paritätischen referierte über „Wohnen und Armut“, und BMV-Vorstand und -Geschäftsführung blickten auf ein erfolgreiches Jahr 2025.

Foto: Sabine Mittermeier
Die dreijährige Amtsperiode des jetzigen Vorstandes endet zwar erst im nächsten Jahr. Der Posten des Schatzmeisters war aber vakant geworden, nachdem die bisherige Schatzmeisterin Carla Dietrich zum Jahresende 2025 ausgeschieden war. Übergangsweise war Daniel Buchholz im März vom Beirat des BMV kommissarisch gewählt worden. Der 58-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur gehörte von 2001 bis 2021 dem Abgeordnetenhaus an. Er ist ein Kenner der Berliner Mieten-, Wohnungs- und Umweltpolitik und seit rund fünf Jahren sowohl beruflich als auch ehrenamtlich im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes tätig.

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Vorstand und Geschäftsführung konnten den rund 120 Delegierten gute Nachrichten aus dem Geschäftsjahr 2025 verkünden: Der BMV wuchs wie schon in den Vorjahren auch 2025, nämlich um 3,1 Prozent (im Vorjahr: 4,5 Prozent) und verzeichnete zum Jahresende einen Stand von 153.626 Mitgliederhaushalten. In den neun Beratungszentren wurden im Berichtszeitraum rund 800.00 Mitglieder beraten. Der neue Schatzmeister gab zu bedenken, dass die durch die Beitragserhöhung und den Mitgliederzuwachs generierten Einnahmen mit Umsicht eingesetzt werden müssten, anderenfalls sei in nur wenigen Jahren eine erneute Beitragserhöhung absehbar.
Das diesjährige Leitmotiv der Delegiertenversammlung lautete „Gegen die Wohnungsnot, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Dazu passte die Eröffnungsrede von Greta Schabram, Referentin für das Thema Wohnen beim Paritätischen Gesamtverband: Sie stellte die von ihrem Verband 2025/2026 erstellte Studie „Wohnen macht arm“ vor. Demnach sind, wenn man die Einkommen um die hohen Wohnkosten bereinigt, berlinweit 919.000 Menschen von Wohnarmut betroffen – rund 300.000 Menschen mehr als im offiziellen Armutsbericht, der diese Kosten nicht berücksichtigt. Auch in diesem Jahr beschlossen die Delegierten zahlreiche wohnungspolitische Anträge. Allein zur Bekämpfung der Auswüchse von Eigenbedarfskündigungen fasste das „BMV-Parlament“ etliche Beschlüsse. Abgelehnt dagegen wurde der Antrag, der BMV möge einen gesonderten Fonds zugunsten aussichtsreicher Mietpreisbremsen-Prozesse einrichten. Begründung: Wer rechtzeitig in den BMV eintritt, ist automatisch rechtsschutzversichert.
Sebastian Bartels
26.05.2026




