Unverschämte Wohnungsanzeigen, zugemauerte Küchenfenster oder unfreiwillig komische Bauschilder vor Luxusresidenzen – solchen Dingen begegnet man in Berlin fast täglich. Auf der Plattform „Schöner wohnen ohne dich“ sind einige dieser schrägen Beispiele eines wildgewordenen Wohnungsmarktes zu sehen.
Das Motto: Es tut sich etwas in Deutschland. Alles wird größer und schöner, nur eben ohne die Mieter:innen, die früher da gewohnt haben. „Diese Erfahrung wollten wir sichtbar machen“, erklärt Matthias Weinzierl von der „Kampagne Mietenstopp“, der die digitale Galerie initiiert hat. Etwa 60 Fotos sind bisher eingestellt, die meisten aus Berlin und München. Vom Wohnhaus im Wedding, das einem Glaspalast weichen musste über ein Klingelschild mit sehr vielen Leerstellen bis hin zum teuersten Haus Deutschlands, einer 70 Millionen Euro teuren Luxusvilla auf der Insel Schwanenwerder am Wannsee reicht die Palette. Ein Schuss Sarkasmus ist immer dabei, aber manchmal hilft eben nur Humor, etwa wenn die Luxussanierung in Neukölln einen Balkon ohne Balkontür geschaffen hat. Man könne ja „rausklettern“, sagt der Makler.
bl
22.01.2026




