Ein aktueller Plan der Europäischen Union zielt auf die Bewältigung der schweren Wohnungskrise in den Mitgliedsstaaten. Er will unter anderem Kurzzeitvermietungen eindämmen und den Bau bezahlbaren Wohnraums ankurbeln.

Foto: pa/Philipp von Ditfurth
Als lange erwarteten Schritt bezeichnet der Internationale Mieterverband (International Union of Tenants, IUT) den European Affordable Housing Plan (Plan für bezahlbares Wohnen), der am 16. Dezember von der EU-Kommission vorgestellt wurde. Damit stellt sich Brüssel erstmals der immer dramatischeren Wohnsituation von Millionen Menschen.
Das spekulative Geschäft mit Wohnraum soll durch eine Regulierung von Kurzzeitvermietungen bekämpft werden, bei denen zum Beispiel über Plattformen wie Airbnb Wohnungen dem regulären Mietmarkt dauerhaft entzogen und die Preise nach oben getrieben werden.
Der gemeinnützige Wohnungsbau soll durch die Unterstützung von Genossenschaften und gemeinnützigen Unternehmen mit Hilfe von EU-Mitteln und einer möglichen Ausnahme von Schuldenregeln gefördert werden. Genehmigungsverfahren sollen beispielsweise durch mehr Digitalisierung beschleunigt und eine Europäische Wohnungsbauallianz geschmiedet werden.
Nicht zuletzt sind auch gezielte Maßnahmen gegen Wohnungslosigkeit geplant. Diese ambitionierten Ziele, so erklärte IUT-Präsidentin Marie Linder, müssten nun aber auch mit verbindlichen Vorgaben – etwa Quoten für sozialen und bezahlbaren Wohnraum – ausgestattet werden, um tatsächlich wieder bezahlbares Wohnen in allen EU-Ländern zu ermöglichen.
Rosemarie Mieder
22.01.2026




