Am 20. September 2026 wird ein neues Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Für viele Berliner:innen ist die Wohnungsfrage die entscheidende soziale Frage dieser Wahl. Steigende Mieten, Wohnungsmangel, Verdrängung, der Verlust bezahlbarer Wohnungen und die Kosten der Wärmewende beschäftigen immer mehr Haushalte.
Der Berliner Mieterverein hat deshalb den Parteien Wahlprüfsteine zu den wichtigsten wohnungs- und mietenpolitischen Themen vorgelegt. Die Antworten zeigen, mit welchen Maßnahmen die Parteien die Wohnungskrise bekämpfen, Mieter:innen schützen und bezahlbaren Wohnraum sichern wollen.
Hinweis: Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP und AfD erhielten einen Fragenkatalog mit 18 Fragen. CDU und SPD beantworteten die Wahlprüfsteine über ein gemeinsames Online-Verfahren, bei dem Verbände lediglich zehn Fragen einreichen konnten. Deshalb liegen zu einigen Themen von CDU und SPD keine Antworten vor.
Die Antworten der Parteien veröffentlichen wir grundsätzlich im Wortlaut; offensichtliche Schreib- und Übertragungsfehler wurden behutsam korrigiert.
Mietpreisregulierung und Mieter:innenschutz
1. Mietpreisprüfstelle stärken
Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, die Berliner Mietpreisprüfstelle dauerhaft zu etablieren und strukturell so zu stärken, dass überhöhte Mieten und Wuchermieten konsequent verfolgt und Verstöße sanktioniert werden?
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
2. Wohnungs- und Mietenkataster einführen
Werden Sie den Aufbau eines Berliner Wohnungs- und Mietenkatasters unterstützen, um Transparenz zu schaffen und Instrumente zum Schutz der Mieter:innen zielgenau einsetzen zu können?
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
3. Vermietende stärker in die Pflicht nehmen
Unterstützt Ihre Partei die Einführung eines Berliner Wohnungswirtschaftsgesetzes, das Zweckentfremdungs-, Wohnraum- und Wohnungsaufsichtsrecht bündelt, Instandhaltungspflichten schärft und größere Privatvermieter:innen zu einer Sozialwohnungsquote verpflichtet?
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
Wir lehnen eine verbindliche Sozialwohnungsquote für private Vermieter ab. Sie begünstigt das Geschäftsmodell des „Kaputtbesitzens“, um aus nicht mehr marktfähigen Beständen das Maximum an Rendite herauszuholen. Die Mehrzahl der Vermieter, die ihre Bestände pflegen und den Mietern günstigen und gut funktionierenden Wohnraum zur Verfügung stellen wollen, wäre in ihrer Handlungsfreiheit stark eingeschränkt. Unsere Lösung: genügend preisgünstigen Wohnraum insgesamt zur Verfügung stellen, damit Mietinteressenten, auch mit niedrigerem Einkommen, eine Chance am Wohnungsmarkt haben.
4. Kapitalmarktgetriebene Unternehmen stärker regulieren
Wird Ihre Partei sich dafür einsetzen, dass Zugänge zum Berliner Wohnungsmarkt stärker kontrolliert und reguliert werden?
Hinweis: Diese Frage war nicht Bestandteil des gemeinsamen Online-Verfahrens von SPD und CDU. Daher liegen zu dieser Frage keine Antworten von SPD und CDU vor.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
FDP
AfD
Bezahlbarer Wohnraum und Gemeinwohl
5. Milieuschutz ausweiten und Vorkaufsrecht stärken
Werden Sie sich für die Ausweisung weiterer Milieuschutzgebiete und eine deutliche Aufstockung des Ankaufsfonds zur Ausübung des bezirklichen Vorkaufsrechts einsetzen?
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
6. Neue Kooperationsvereinbarung für städtische Wohnungen
Werden Sie sich für eine Neufassung der Kooperationsvereinbarung einsetzen, die Mieterhöhungen bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen stärker begrenzt und den Anteil geförderter Wohnungen erhöht?
Bündnis 90/Die Grünen
Gleichzeitig müssen die vom jetzigen Senat gestrichenen Regelungen der vorherigen Vereinbarungen wieder in die Vereinbarung eingefügt werden. Für die LWU müssen wieder klare Vorgaben für Mieterhöhungen, auch bei Modernisierungen und im Neubau, gelten, die auch für die einzelnen Mietverträge greifen. Wir wollen die WBS-Neuvermietungsquote erhöhen und die Härtefallregelung fairer gestalten. Auch die Möglichkeit zum Wohnungstausch wollen wir durchsetzen. Die Stärkung der Partizipation durch die Mieter:innengremien muss wieder Teil der Vereinbarung werden, ebenso der Schutz und Vorrang für Kiezgewerbe.
Schließlich wollen wir eine effektive parlamentarische Kontrolle der Unternehmensführung einführen, die etwa durch die Wiedererrichtung der Anstalt öffentlichen Rechts „Wohnraumversorgung Berlin“ (WVB) unterstützt wird. Von einer neuen WVB müssen wieder jährlich umfangreiche Berichte über die Arbeit der LWU und die Umsetzung der Kooperationsvereinbarung vorgelegt werden. Auch das Wohnraumversorgungsgesetz muss in diese Richtung überarbeitet werden. Zudem wollen wir die LWU, die in ihrer Rechtsform eine GmbH oder eine Aktiengesellschaft sind, in eine Anstalt öffentlichen Rechts umwandeln, um ihren sozialen und ökologischen Auftrag verbindlich zu verankern.
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
7. Priorisierung des bezahlbaren Wohnungsbaus
Befürworten Sie ein Wohnungsbaukonzept, das Umbauprogramme, Lückenschließungen und die Priorisierung bezahlbarer Wohnungen vorsieht?
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
8. Verbindliche Bürger:innenbeteiligung
Unterstützt Ihre Partei rechtlich verbindliche Leitlinien für eine frühzeitige und echte Mitwirkung von Mieter:innen und Anwohner:innen an Bau- und Modernisierungsvorhaben?
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
9. Landesamt für Wohnungswesen
Unterstützt Ihre Partei die Einrichtung eines Landesamts für Wohnungswesen mit umfassenden Eingriffs- und Steuerungsbefugnissen?
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
10. Förderung von Genossenschaften und gemeinwohlorientierten Bauträgern
Unterstützt Ihre Partei eine gezielte Förderung von Wohnungsgenossenschaften und gemeinwohlorientierten Bauträger:innen?
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
Zweckentfremdung und Leerstand
11. Zweckentfremdung wirksam bekämpfen
Werden Sie sich für eine Verschärfung des Zweckentfremdungsrechts einsetzen?
Hinweis: Diese Frage war nicht Bestandteil des gemeinsamen Online-Verfahrens von SPD und CDU. Es liegen zu dieser Frage keine Antworten der CDU vor.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
Wir werden den Bau von sogenannten Mikroappartements stärker steuern. Hierzu nutzen wir insbesondere Bebauungspläne, um durch Mindestgrößen oder eine Begrenzung der Anzahl von Wohnungen pro Gebäude den Bau von Mikroappartements einzuschränken. Ebenso begrenzen wir den Umbau von Bestandswohnungen zu Mikroappartements. Angebote für besondere Wohnformen für Studierende, Senior:innen oder weitere spezifische Zielgruppen sollen davon unberührt bleiben. Wir setzen uns weiterhin für eine stärkere Mietenregulierung auch in diesem Segment ein.
Wir ermöglichen den Bezirken, schneller gegen unzumutbare Wohnverhältnisse, Verwahrlosung und Schrottimmobilien vorzugehen. Die Spezialeinheit Wohnraumschutz unterstützt dabei. Damit sich Verstöße nicht lohnen, erhöhen wir die Bußgeldrahmen. Wenn Vermieter ihre Bestände nicht instand halten, greifen wir schneller ein. Mit einem Landesfonds für Ersatzvornahmen sollen die Bezirke gezielt unzumutbare Wohnverhältnisse verbessern, die Kosten den Eigentümern in Rechnung stellen und bei Säumnis beschlagnahmen.
FDP
AfD
Klimaschutz und sozialverträgliche Wärmewende
12. Landesfonds für klimafreundliches Wohnen
Werden Sie sich für die Einrichtung eines dauerhaft ausgestatteten Landesfonds für klimafreundliches Wohnen einsetzen?
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
SPD
FDP
CDU
AfD
13. Förderung von Nahwärmenetzen
Unterstützt Ihre Partei eine eigenständige Landesförderung für kommunale und genossenschaftliche Nahwärmenetze?
Hinweis: Diese Frage war nicht Bestandteil des gemeinsamen Online-Verfahrens von SPD und CDU. Daher liegen zu dieser Frage keine Antworten von SPD und CDU vor.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
FDP
AfD
14. Berliner Energie und Wärme (BEW)
Werden Sie sich für eine stärkere soziale und demokratische Ausrichtung der Berliner Energie und Wärme einsetzen?
Hinweis: Diese Frage war nicht Bestandteil des gemeinsamen Online-Verfahrens von SPD und CDU. Daher liegen zu dieser Frage keine Antworten von SPD und CDU vor.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
FDP
AfD
Stadtentwicklung und öffentlicher Raum
15. Tempelhofer Feld erhalten
Werden Sie sich dafür einsetzen, das Tempelhofer Feld dauerhaft als öffentliche Fläche zu erhalten?
Hinweis: Diese Frage war nicht Bestandteil des gemeinsamen Online-Verfahrens von SPD und CDU. Daher liegen zu dieser Frage keine Antworten von SPD und CDU vor.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
FDP
AfD
16. Wohnungs- und Obdachlosigkeit verhindern
Werden Sie die Weiterentwicklung des Masterplans zur Überwindung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit unterstützen?
Hinweis: Diese Frage war nicht Bestandteil des gemeinsamen Online-Verfahrens von SPD und CDU. Daher liegen zu dieser Frage keine Antworten von SPD und CDU vor.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Linke
FDP
AfD
Bundesratsinitiativen
17. Miet- und Baurecht reformieren
Wird Ihre Partei sich für folgende Gesetzesänderungen einsetzen?
- Reaktivierung des kommunalen Vorkaufsrechts
- Entfristung der Mietpreisbremse
- Besserer Schutz vor Eigenbedarfskündigungen
- Umwandlungsverbot
- Absenkung der Kappungsgrenzen
- Reform des Fernwärmerechts
- Stärkung von Instandhaltungspflichten
Hinweis: Diese Frage war nicht Bestandteil des gemeinsamen Online-Verfahrens von SPD und CDU. Daher liegen zu dieser Frage keine Antworten von SPD und CDU vor.
Bündnis 90/Die Grünen
Wir Grünen haben in den Bezirken das Vorkaufsrecht nicht nur als Erste genutzt, sondern oft erkämpft. Wir fordern, dass der Bund das Baugesetzbuch reformiert und den Kommunen das Vorkaufsrecht in Milieuschutzgebieten vollumfänglich zurückgibt – inklusive längerer Prüffristen und eines preislimitierten Verfahrens, damit Kommunen überhöhte Kaufpreise senken können. Wir wollen Hausgemeinschaften besser schützen, wenn ihre Häuser verkauft werden, durch ein wirksames Vorkaufsrecht und Abwendungsvereinbarungen. Auch hier sehen wir Verbesserungsmöglichkeiten.
Eigenbedarfskündigungen wollen wir deutlich erschweren, vorgetäuschten Eigenbedarf endlich wirksam sanktionieren und dabei besonders vulnerable Gruppen schützen. Indexmieten wollen wir für die Zukunft verbieten, bei derzeitigen Verträgen eine Kappungsgrenze einbauen und möbliertes Wohnen auf Zeit stark eindämmen. Wir brauchen auch dringend einen verbesserten Kündigungsschutz, eine Stärkung und Erweiterung von Vorkaufsrechten, die Entfristung des stadtweiten Verbots der Umwandlung in Eigentumswohnungen und eine Absenkung der Kappungsgrenze.
Auch den Mietspiegel wollen wir reformieren und die Mieten der letzten 20 statt sechs Jahre mit einberechnen. Besonders wichtig ist uns auch eine Reform der Bodenpreisberechnung. Teure und überteuerte Immobiliengeschäfte dürfen nicht länger die Bodenrichtwerte weiter nach oben treiben und so bezahlbaren Neubau erschweren. Wir setzen uns im Bund dafür ein, die bislang stark von Immobilienmarktinteressen bestimmte Bodenrichtwert- und Verkehrswertermittlung zu reformieren, um die Bodenrichtwerte zu senken und ihre Steigerung zu begrenzen.
Die Reform der AVB-Fernwärmeverordnung sowie der Wärmelieferverordnung ist wichtig, aber nicht ausreichend. Auch die Modernisierungsumlage muss dringend reformiert werden, sodass Mieter:innen nicht finanziell überfordert werden und Staat wie Eigentümer Verantwortung übernehmen. Wir fordern die Änderung des Gesetzes über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, damit Bundesgrundstücke nicht mehr zum Höchstpreis verkauft werden, sondern die Liegenschaftspolitik grundsätzlich zugunsten sozialer Wohnraumversorgung neu ausgerichtet wird.
Die Linke
FDP
AfD
Entfristung der Mietpreisbremse und Streichung von Ausnahmeregelungen: Nein. Die Mietpreisbremse ist jetzt bereits zehn Jahre in der Praxis wirksam und löst das zugrunde liegende Problem, den Mangel an verfügbarem preiswertem Wohnraum, nicht, sondern verschleppt es in die Zukunft. Das ist kein seriöses politisches Handeln, sondern Populismus. Ökonomisch wirkt eine Mietpreisbremse, die über lange Jahre aufrechterhalten wird, als Mietpreisgaspedal, und bewirkt letztlich das Gegenteil von dem, was den Mietern zunächst versprochen wurde.
Besserer Schutz vor Eigenbedarfskündigungen: Nein. Dieser ist in Berlin mit der faktischen Regelung „10 Jahre + 1 Jahr Kündigungsfrist“ bereits umfassend gegeben.
Verstetigung eines umfassenden Umwandlungsverbots von Miet- in Eigentumswohnungen: Nein. Die gesetzlichen Regelungen sind bereits sehr weitgehend.
Absenkung der Kappungsgrenzen bei der Mieterhöhung nach § 558 BGB: Ja.
Mieter:innenfreundliche Reform der AVB-Fernwärmeverordnung sowie der Wärmelieferverordnung: Ja.
Instandhaltungspflichten und Vorgaben für die Wohnraumbewirtschaftung für Eigentümer:innen im BauGB stärken: Ja.
Drei Schwerpunkte zur Lösung der Wohnungskrise
18. Welche drei wohnungspolitischen Maßnahmen wollen die Parteien prioritär umsetzen?
Hinweis: Diese Frage war nicht Bestandteil des gemeinsamen Online-Verfahrens von SPD und CDU. Daher liegen zu dieser Frage keine Antworten von SPD und CDU vor.
Bündnis 90/Die Grünen
Wir setzen auf den Dreiklang „konsequenter Mieter:innenschutz, sozial-ökologischer Neubau sowie Ankauf“ und arbeiten weiterhin für das Ziel, einen mehrheitlich gemeinwohlorientierten Wohnungsmarkt zu erreichen: Mehr als 50 % der Wohnungen in Berlin müssen Schritt für Schritt in öffentliche und genossenschaftliche Hand. Wir schöpfen die Gesetzgebungskompetenzen des Landes für eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik vollständig aus und setzen das Recht konsequent um. Dafür braucht es neben dem Landesamt für Wohnungswesen unter anderem starke Bezirke mit qualifiziertem Personal, Datenzugang sowie verbindlichen Kompetenzen bei Kontrolle, Beratung und rechtlicher Durchsetzung.
Besonders zentral ist es, den Mietwohnungsbestand wieder bezahlbar zu machen oder zu halten:
1. Das „Bezahlbare-Mieten-Gesetz“, das ein Wohnungs- und Mietenkataster vorsieht, verbindliche Sozialquoten für Vermieter:innen mit mehr als 50 Wohnungen bei Neuvermietung für WBS-Berechtigte (bis zu 30 %) gesetzlich festlegt, eine verbindliche Instandhaltungsrücklage einführt.
2. In Berlin stehen über 2,2 Millionen Quadratmeter Büroflächen leer. Wir wollen den Umbau von Büros zu bezahlbarem Wohnraum mit einem neuen Förderprogramm unterstützen. Wo immer es möglich ist, sollen ungenutzte Büroflächen in Wohnungen umgewandelt werden. Berlin braucht derzeit keine neuen Bürogebäude, sondern die bessere Nutzung der bestehenden Bauten. Daher werden wir ein Moratorium für den Neubau von Bürogebäuden verhängen und kein weiteres Baurecht für neue Bürogebäude erteilen. Wir wollen stattdessen für die Schaffung von Wohnraum sorgen.
3. Die landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) werden wir sozial ausrichten und durch Neubau und Ankauf ihren Wohnungsbestand erhöhen. Die LWU werden wir zu dauerhaft gemeinwohlorientierten Akteurinnen weiterentwickeln – mit klaren sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Leitlinien sowie stärkerer Kontrolle. Zu ihren Aufgaben gehört nicht nur die Bereitstellung von Wohnraum, sondern auch, dass sie einen aktiven Beitrag zu Quartiersentwicklung, kultureller und sozialer Infrastruktur und Klimaschutz leisten. Genossenschaften, Stiftungen oder Modelle wie das „Mietshäuser Syndikat“ zeigen, wie bezahlbarer Wohnraum dauerhaft gesichert oder neu gebaut wird. Deshalb setzen wir Grüne sämtliche Hebel in Bewegung, um alle am Gemeinwohl orientierten Träger:innen umfassend zu stärken.
Die Linke
1. Ein Mietendeckel für fast eine Million Mieter:innen bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen.
2. Eine Taskforce, die endlich konsequent gegen Mietwucher und andere Formen der Abzocke durch dreiste Vermieter vorgeht.
3. Ein Sicher-Wohnen-Gesetz, welches endlich auch große Immobilienunternehmen an der sozialen Wohnraumversorgung beteiligt.
FDP
2. Tempelhofer Feld am Rand bebauen. Ein neues Quartier mit einem Drittel Genossenschaftsbau, einem Drittel öffentlichem und einem Drittel privatem Wohnungsbau.
3. Eigentum und bezahlbares Wohnen fördern. Mehr Unterstützung für Genossenschaften, Eigentumsbildung und zielgerichtete Hilfen für Menschen mit geringem Einkommen.
AfD
1. Genossenschaften fördern, weil sie das beste Wohnangebot zum besten Preis machen und die Mitgliedschaft Miteigentümer ist, was mehr Eigenverantwortung mit sich bringt.
2. Gesetze und Verordnungen entschlacken, um Bauen zu beschleunigen und Baupreise zu senken. Ein Beispiel: Wir werden die überflüssige Abrissgenehmigung für Ein- und Zweifamilienhäuser im Zweckentfremdungsgesetz und die Berliner Schall- und Brandschutzordnung auf Bundesvorgaben zurücknehmen.
3. einen Vorrang für Einheimische einführen, sowohl bei der Vergabe von Grundstücken als auch bei der Belegung von Wohnraum durch die landeseigenen Gesellschaften.
Selbstverständlich muss dies begleitet werden durch weitere Maßnahmen: Verbesserung der Möglichkeit der Bildung von Wohneigentum, bevorzugtes Kaufrecht für langjährige Mieter an ihrer eigenen Mietwohnung, Senkung der Wohnnebenkosten beispielsweise durch Abschaffung der Grundsteuer bei Ersatz aus Bundesmitteln, Umstellung der Förderung einkommensschwacher Haushalte im sozialen Wohnungsbau von Objekt- auf Subjektförderung. Wir werden ermöglichen, dass mehr Wohnraum im preisgünstigen und mittleren Segment entstehen kann, und dass dieser gerechter verteilt wird. Die drei Säulen Mietwohnungen, genossenschaftliches Wohnen und Wohnen im Eigentum sollen dabei gleichberechtigt ermöglicht werden, je nachdem, wofür sich die zukünftigen Nutzer aus persönlicher Präferenz entscheiden möchten. Das wiederum ist nur möglich, wenn weder Hausbesitzer oder Vermieter verteufelt werden noch die Mietwohnung als die allein denkbare und zu bevorzugende Form des Wohnens in Berlin dargestellt wird.
16.06.2026




