In Charlottenburg-Wilmersdorf machte die Mieter:inneninitiative „Westend-Rebellen“ ihren Brandbrief an das Immobilienmanagement der Adler Group öffentlich. Sie verlangt, dass Mängel in ihrer Wohnanlage endlich behoben werden.

Foto: Sabine Mittermeier
Unterstützt vom Kiezprojekt des Berliner Mietervereins versammelten sich Mieter:innen der Wohnanlage Angerburger Allee 35–55 zum ersten Mal vor gut zwei Jahren. Der damalige Grund: erschreckend hohe Heizkostennachzahlungen, die die Vermieterin Adler Group forderte. Aber auch andere Themen kamen zur Sprache, etwa die mangelnde Instandhaltung der Häuser. Mieter:innen berichteten unter anderem von Schimmelbefall, Wasserschäden und nicht verschließbaren Haustüren. Dass ein gemeinsames Vorgehen gegen diese Missstände Erfolg haben könnte, war damals keinesfalls die Mehrheitsmeinung.
Dennoch gründete sich zu diesem Zeitpunkt die Mieter:inneninitiative „Westend-Rebellen“. „Es ist ja auch nicht einfach, sich mit seinem Vermieter anzulegen“, sagt Lea Thieme, Mitinitiatorin der Initiative. „Manche trauen sich das nicht.“ Thieme arbeitet beharrlich daran, ihre Nachbar:innen ins Boot zu holen, und hat die „Westend-Rebellen“ gemeinsam mit ihren Mitstreiter:innen stadtweit vernetzt.
In den letzten Monaten haben Bewohner:innen der Angerburger Allee schriftlich und fotografisch dokumentiert, in welch schlechtem Zustand sich die Anlage befindet. „Warmwasserausfälle, teilweise über mehrere Tage und häufig am Wochenende“, monieren sie in einem mehrseitigen Brandbrief an die Adler Immobilien Management GmbH. Hinzu kämen nicht regulierbare Heizkörper in den Treppenhäusern, die auch außerhalb der Heizperiode „auf Hochtouren laufen“, außerdem Mängel am maroden Spielplatz oder an den Fahrstühlen.
Der Brandbrief wurde Ende August bei einer Kundgebung öffentlich gemacht und liegt nun der Adler Group vor. Eine Sprecherin erklärte dazu: „Wir arbeiten kontinuierlich daran, eine gute Wohnsituation zu schaffen und auftretende Mängel zügig zu beseitigen.“ Viele Mieter:innen zahlen ihre Miete jedoch mittlerweile unter dem Vorbehalt einer Mietminderung.
Carola Rönneburg
27.10.2026




