Das Schreiben war für die Mieter:innen der Roedernallee 165–168 in Wittenau ein Riesenschock: Nach der geplanten Sanierung sollen sie nicht wieder in ihre Wohnungen zurück können. Das kommunale Wohnungsunternehmen Howoge versteht die Aufregung nicht.

Foto: Mirka Pflüger
Der Komplex aus den 1970er Jahren mit 176 Wohnungen muss rundum erneuert werden. Das ist unbestritten. Dass die Mieter:innen bei einer derart umfassenden Sanierung zwischenumgesetzt werden, ist ebenfalls nachvollziehbar. Doch die städtische Wohnungsbaugesellschaft Howoge, die das Gebäude erst vor ein paar Jahren von der Vonovia/Deutsche Wohnen übernommen hat, hat eine „Neuordnung der Grundrisse“ angekündigt. „Eine Rückkehr in die bisherige Wohnung ist daher grundsätzlich nicht möglich“, heißt es in dem Brief.
Auf die Frage, warum Grundrissänderungen notwendig sein sollen und welche genau geplant sind, geht die Howoge in ihrer Stellungnahme an das MieterMagazin nicht ein. Die Planung sei noch nicht abgeschlossen, so das Unternehmen. Man führe derzeit individuelle Gespräche mit den Mietenden, um gemeinsam die beste Lösung zu finden. „Selbstverständlich wird niemand aus seiner Wohnung hinausgeschmissen“, betont Howoge-Sprecherin Annemarie Rosenfeld. „Bislang“ sei noch niemandem gekündigt worden.
Dass die Mieter:innen derart verunsichert werden, ist aus Sicht des Berliner Mietervereins (BMV) unverantwortlich, gerade bei einem landeseigenen Wohnungsunternehmen. Grundrissänderungen müssen Mieter:innen grundsätzlich nicht dulden, erklärt BMV-Geschäftsführer Sebastian Bartels. „Nachdem sich die Howoge schon bei der Sanierung der High-Deck-Siedlung nicht mit Ruhm bekleckert hat, kommt hier das nächste Kommunikations-Fiasko“, kritisiert Bartels. In der Neuköllner Siedlung waren seinerzeit die Umsetzwohnungen in teils unzumutbarem Zustand. Einigen Mieter:innen wurde zudem gar nichts angeboten.
Birgit Leiß
23.09.2026




