Die Mieter:innen der Weißen Stadt in Reinickendorf wollen die zahlreichen Mängel in ihrer Wohnanlage nicht länger hinnehmen. Am 5. September übergaben sie ihrer Vermieterin, der Vonovia, einen Brandbrief.

Foto: Mirka Pflüger
Zur Protestaktion bei Sturm und Regen hatten sich rund 40 Menschen versammelt – neben Mieter:innen auch Vertreter:innen der Bezirkspolitik und des Berliner Mietervereins (BMV). Die eingeladene Vonovia war nicht erschienen. Die „Mietfüchse Reinickendorf-Ost“, eine Gruppe von Mieter:innen der denkmalgeschützten Großsiedlung Weiße Stadt und Umgebung, hatten eine lange Liste von Mängeln zusammengestellt. Es geht um undichte Fenster, welche zu hohen Heizkosten sowie Schimmelbildung führen, und um überfüllte Müllplätze, wo sich die Ratten tummeln. Kritisiert wird auch die mangelhafte Kommunikation. Viele Mieter:innen berichten, dass sie auf ihre Mängelmeldungen keine Antwort erhalten oder die Reparaturen nur notdürftig ausgeführt werden. Gleichzeitig werden regelmäßig Mieterhöhungen verschickt. „Die Weiße Stadt ist da sicher kein Einzelfall“, sagte der ebenfalls anwesende BMV-Geschäftsführer Sebastian Bartels. In dem Brandbrief wird die Vonovia aufgefordert, die aufgeführten Mängel umgehend zu beheben und feste Ansprechpartner vor Ort bereitzustellen.
Die Mietfüchse haben sich mit Unterstützung des Kiezteams von „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ sowie des Kiezprojekts des BMV organisiert. „Wir wollen jetzt abwarten, ob das Wohnungsunternehmen reagiert“, erklärt Nils Baumann von der Bezirksleitung des BMV. In Aussicht gestellt werden auch die Einschaltung der Wohnungsaufsicht und eine koordinierte Mängelklage, um die Vonovia dazu zu bewegen, ihren Pflichten nachzukommen.
Birgit Leiß
23.09.2026




