Das von Politik und Immobilienlobby als Allheilmittel dargestellte „Bauen, bauen, bauen“ senkt keine Mieten. Das stellt Peter Burk, Gründer des Instituts Bauen und Wohnen in Freiburg, in seinem Buch „Bezahlbares Wohnen“ gleich zu Anfang fest. Schließlich setzt die Entspannung bei den Mieten erst dann ein, wenn es in allen Marktsegmenten ein Überangebot an Wohnungen gibt.

Doch es hat niemand Interesse, Leerstand zu produzieren. Also müssen die Mieten reguliert werden. „Das aktuelle Mietspiegelrecht des Bundes ist letztendlich ein Brandbeschleuniger von Mietpreisanstiegen“, meint Burk. Die Absurdität, dass Wohnungen ohne Wertverbesserung gesetzlich garantiert immer teurer werden, vergleicht er mit einem altersschwachen Mietwagen, dessen Miete immer teurer wird, weil der Parkplatz, auf dem er steht, im Wert steigt. Burk beklagt nicht nur die Untätigkeit der Bundespolitik, sondern rät den Kommunen, ihre Spielräume zu nutzen und sich kreativ zu wehren. So sollten sie ihren kommunalen Wohnungsunternehmen nicht etwa einen totalen Mietenstopp auferlegen, sondern die Mieten regelmäßig um Centbeträge erhöhen: So werden diese günstigen Wohnungen auch im Mietspiegel berücksichtigt und können ihn dämpfend beeinflussen. Städte und Gemeinden könnten die Vermieter:innen auch an den Allgemeinkosten der Kommune beteiligen, indem sie eine Bestandsvermieterabgabe erheben. Um den wachsenden Wohnflächenverbrauch einzudämmen, schlägt Burk eine Fehlbelegungsabgabe für Eigentümer:innen vor, verbunden mit einem Förderangebot zur Wohnungsteilung, um in Einliegerwohnungen neuen Mietwohnraum zu schaffen.
js
23.09.2026




