Walthers Buchladen in der Bismarckstraße 71 in Steglitz war gekündigt worden. Das Ende der seit fast 60 Jahren bestehenden Buchhandlung schien gekommen. Doch dann gab es eine überraschende Wendung.

Foto: Sabine Mittermeier
Die Kündigung für die Ladenräume von Walthers Buchladen erreichte die Betreiber:innen Anfang März 2026 durch einen Boten der Hausverwaltung. In den ersten Verhandlungen wurde schnell deutlich, dass ein neuer Mietvertrag nur zu deutlich schlechteren Konditionen möglich sein würde – mit einer Einstiegsmiete von 18 Euro pro Quadratmeter und einer späteren Umstellung auf eine Indexmiete. Für den Buchhandel mit seiner Preisbindung wäre das kaum tragbar gewesen. Gespräche mit der PSD Berlin Immobilien GmbH beziehungsweise der BBS Bank als Eigentümerin führten zunächst nicht weiter, auch ein Treffen mit der Hausverwaltung blieb ohne Ergebnis.

Foto: Sabine Mittermeier
Die Wende brachte öffentlicher Druck. Innerhalb von zwei Wochen wurden rund 2000 Unterschriften für eine Petition gesammelt. Kund:innen wandten sich an die Bank, Medien berichteten und politische Akteurinnen und Akteure signalisierten Unterstützung. In der Folge ruderte die Eigentümerseite zurück. Geschäftsführung und Marketing der PSD versicherten, dass weder Kündigung noch Mieterhöhung umgesetzt werden. Zusätzlich spendete die BBS Bank 5000 Euro an den Buchladen. Der alte Mietvertrag bleibt bestehen und ist weiterhin jährlich kündbar. Andrea Anton von Walthers Buchladen ist sich sicher: „Ohne die Unterstützung der Menschen wäre das nicht passiert.“ Zugleich wird ein neuer Mietvertrag verhandelt, der mit einer längeren Laufzeit und angepassten Konditionen mehr Planungssicherheit schaffen soll.
Stefan Klein
23.06.2026




