Die ersten kamen 1955 aus Italien, in den 60er Jahren folgten weitere aus Südeuropa: Arbeitsmigrant:innen, die die Bundesrepublik Deutschland vor allem für harte Jobs in Industrie und Bergbau rekrutierte. Wie die sogenannten Gastarbeiter wohnten, behandelt eine Sonderausstellung im Museum Ephraim-Palais.
Anhand von Fotografien, Dokumenten und persönlichen Erinnerungsstücken zeigt sie sowohl die schlechte Wohnsituation in den damaligen Barackensiedlungen als auch die Zeiten, in denen die Migrant:innen langsam heimisch in einem freundlicheren Wohnumfeld wurden. Das war nicht immer einfach, weil viele ihr hart erarbeitetes Geld in die alte Heimat schickten – dort sollte das neue Haus entstehen, der Beleg für den Erfolg in der neuen Heimat. Eine Tafel zitiert eine Sizilianerin, die neue Möbel nach Italien schickte und keinen Besuch in der deutschen Wohnung ertrug, weil sie sich für ihr gebrauchtes Mobiliar schämte. Diese und andere Geschichten erzählt die Ausstellung ausgesprochen eindrücklich auf kleinstem Raum.
cr
Museum Ephraim-Palais, Poststraße 16, 10178 Berlin,
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Eintritt 7 Euro
www.stadtmuseum.de/ausstellung/tapetenwechsel
25.06.2026




