Das kommunale Wohnungsunternehmen Gewobag hält das Ergebnis einer Umfrage unter Mieter:innen unter Verschluss. Die Initiative MiBO führte daraufhin eine eigene Befragung durch.

Foto: Nils Richter
„Was sollten wir zukünftig unbedingt besser machen?“ wollte die Gewobag stichprobenartig von ihren Mieter:innen im August 2025 wissen. 23 Fragen behandelt, unter anderem Themen wie die Einbruchssicherheit von Wohnungen und Kellern, ob die Mitarbeiter:innen freundlich und verständnisvoll kommunizieren und wie der neue Hauswart-Service ankommt.
„Dass die Gewobag uns befragt, fanden wir gut“, sagt Conny Voester, Mitglied in der Mieter:inneninitiative Bülow-Ost (MiBO). „Wir hätten uns allerdings auch gewünscht, das Ergebnis zu erfahren.“ Wie die Gewobag-Mieter:innen ihre Wohnsituation beurteilen, behält das landeseigene Wohnungsunternehmen (LWU) jedoch für sich. Selbst auf eine parlamentarische Anfrage hin teilte es nur mit, aus der „Kundenzufriedenheitsanalyse“ Maßnahmen abzuleiten, die wiederum „Bedarfe“ ermitteln sollten – die Umfrage wurde so zu einer Art geheimen Verschlusssache. Die MiBO streute daraufhin eine eigene, kurzfristige Online-Befragung – und zwar unter allen Mieter:innen der städtischen Wohnungsbaugesellschaften.
Besonders häufig monierten die Befragten schlechte Instandhaltung, den Zustand der Wohnanlagen sowie Probleme bei der Heizungs- und Warmwasserversorgung. Mit 479 Teilnehmer:innen ist die Untersuchung zwar nicht repräsentativ, der Berliner Mieterverein (BMV) empfiehlt aber dennoch, die Ergebnisse in Betracht zu ziehen. „Insbesondere die mangelhafte Erreichbarkeit ist ein Punkt, der die Mieter:innen der Gewobag wirklich ärgert“, sagt BMV-Geschäftsführer Sebastian Bartels. Im Übrigen: Zufriedenheitsbefragungen müssten offengelegt werden: „Kommunale Anbieter sollten so transparent wie möglich sein, sie haben eine Vorbildfunktion.“
Carola Rönneburg
21.04.2026




