Unter dem Motto „Das geht uns alle an!“ haben am 28. März Hunderte Menschen ihre Solidarität mit der Habersaathstraße 40-48 bekundet. Aufgerufen hatten der Berliner Mieterverein, das Bündnis gegen Verdrängung & Mietenwahnsinn sowie das Bündnis gegen Zwangsräumungen.

Foto: Sabine Mittermeier
Am Roten Rathaus setzte sich der Zug in Bewegung, mit einer Zwischenkundgebung in der Novalisstraße 13, wo ebenfalls rüde Verdrängungsmethoden stattfinden, ging es in die Habersaathstraße. Die Vorgänge dort dürften beispiellos sein. Seit über sechs Monaten leben die Mieter:innen nun ohne Heizung und Warmwasser. Bereits zweimal hat der Eigentümer, die Arcadia Estates GmbH, Zerstörungstrupps durch die leerstehenden Wohnungen geschickt.

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„Die Verwaltung muss endlich tätig werden“, forderte BMV-Geschäftsführer Sebastian Bartels in seiner Rede vor dem Demonstrations-Publikum. Dass das Bezirksamt Ende 2025 die Abrissgenehmigung verlängert hat, sei ein Skandal. 120 bezahlbare Mietwohnungen mitten in der Stadt stünden auf dem Spiel. „Wenn diese Wohnungen erhalten bleiben, sendet das ein Signal an andere Eigentümer:innen mit vergleichbaren verbrecherischen Entmietungsmethoden“, sagte Annegret Taube vom Bündnis „Leerstand Hab Ich Saath“. Sie sprach auch über die hohe emotionale Belastung, die dieser existenzielle Kampf um den eigenen Wohnraum für die Bewohner:innen bedeutet. Die verbliebenen Mieter:innen würden in einem permanenten Ausnahmezustand leben.
Als nachhaltige Lösung des Problems wurde eine Rekommunalisierung gefordert. Ein Eigentümer wie der jetzige habe sein Besitzrecht verwirkt.
Vom Bezirksamt Mitte war trotz wiederholter Anfragen keine Stellungnahme zu erhalten. Dem Vernehmen nach will man die Abrissgenehmigung widerrufen oder zumindest nicht noch einmal verlängern, sobald die Urteile rechtskräftig sind. Bislang wurden alle Räumungsklagen vom Amtsgericht Mitte zurückgewiesen. Der Eigentümer hat dagegen Berufung eingelegt.
Birgit Leiß
umbruch-bildarchiv.org/solidaritaet-mit-der-habersaathstrasse
21.04.2026




