In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen, vor allem Sozialwohnungen. Das zeigt der Soziale Wohn-Monitor des Pestel-Instituts. Junge und alte Menschen sind die größten Leidtragenden.

Die Mangellage hat ein Rekordhoch erreicht. „Um das Wohnungsdefizit bis 2030 abzubauen, müssten gut 400.000 Wohnungen pro Jahr neu gebaut werden“, sagt Matthias Günther, Studienleiter des Pestel-Instituts. Die Zahl der Baugenehmigungen lasse jedoch erwarten, dass in den kommenden Jahren jeweils nur 200.000 Wohnungen gebaut werden. Das Verbändebündnis Soziales Wohnen, das die Studie in Auftrag gegeben hat, fordert, den Bau von Sozialwohnungen zur Chefsache zu machen und ihre Zahl mindestens auf 2 Millionen zu verdoppeln. Laut Studie hat die Hälfte der 23 Millionen Mieterhaushalte wegen geringen Einkommens Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.
Zu den Verlierern auf dem Wohnungsmarkt zählen die jungen Menschen: „Ausbildungsverträge kommen nicht zustande, weil Jugendliche keine Wohnung finden. Und Studierende müssen im Schnitt 53 Prozent des Geldes, das sie im Monat zur Verfügung haben, fürs Wohnen ausgeben“, berichtet Matthias Günther.

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Auch die Älteren sind in besonderem Maße betroffen: In den kommenden Jahren gehen viele Menschen mit geringer Rente in den Ruhestand und könnten sich dann ihre Wohnung nicht mehr leisten. Günther warnt vor einer „Stadtvertreibung Älterer“. Die Studie stellt außerdem fest, dass Menschen mit Behinderungen auf dem Wohnungsmarkt ausgegrenzt werden. Sie sollten daher bei der Vergabe von Sozialwohnungen bevorzugt werden.
„Wir brauchen dringend mehr bezahlbare und altersgerechte Wohnungen, insbesondere Sozialwohnungen mit dauerhaft niedrigen Mieten“, fordert Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, der Teil des Verbändebündnisses ist: „Bezahlbares Wohnen im Alter ist kein Luxus, sondern eine Frage von Würde und sozialer Gerechtigkeit.“
Jens Sethmann
mieterbund.de/themen-und-positionen/studien
18.02.2026




