Vermieter:innen verstoßen im großen Stil gegen die Mietpreisbremse und verlangen viel mehr als erlaubt. Das zeigt der Mietenmonitor des Deutschen Mieterbundes (DMB) für die Städte Berlin und Ulm.

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In Berlin überschreiten 46 Prozent der Mietwohnungsangebote die Grenzen der Mietpreisbremse. Das heißt: Die verlangten Preise liegen mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Bei knapp 15 Prozent der Inserate liegt darüber hinaus eine Mietpreisüberhöhung (ab 20 Prozent über der ortsüblichen Miete) vor, bei 18 Prozent der Angebote gar strafbarer Mietwucher (ab 50 Prozent darüber).
Bei Anzeigen für möblierte Wohnungen liegt der Anteil der Verstöße sogar bei 69 Prozent. Bei mehr als der Hälfte dieser Wohnungsanzeigen wird die Mietwuchergrenze überschritten.
Diese Erkenntnisse sind nicht auf die Bundeshauptstadt beschränkt. Der DMB hat zum Vergleich auch Ulm untersucht. Die Stadt betreibt seit Jahrzehnten eine sozial nachhaltige Bodenpolitik. In Ulm liegt der Anteil der Inserate, die gegen die Mietpreisbremse verstoßen, bei rund 70 Prozent – also noch deutlich höher als in Berlin.

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„In Berlin und Ulm sehen wir, dass die Mietpreisbremse regelmäßig umgangen wird – und das ohne Konsequenzen für Vermieterinnen und Vermieter, die sich nicht an das geltende Recht halten“, beklagt DMB-Präsidentin Melanie Weber-Moritz. „Das systematische Umgehen der Mietpreisbremse und des Mietwucherparagrafen ist kein Kavaliersdelikt und erfordert dringend politisches Handeln.“ Der DMB fordert, dass die Mietpreisbremse überall und unbefristet gilt, die zahlreichen Ausnahmen gestrichen, Schlupflöcher geschlossen und Verstöße mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.
„Miettreibende Umgehungsgeschäfte müssen gestoppt werden“, mahnt auch Wibke Werner, Geschäftsführerin des Berliner Mietervereins. Würde die Mietpreisbremse konsequent eingehalten, wäre für das Gros der Wohnungen die Miete 200 bis 400 Euro niedriger.
Jens Sethmann
mieterbund.de/app/uploads/2025/11/Mietenmonitor_Berlin.pdf
22.01.2026




