1.029.000 Menschen waren 2024 in Deutschland wohnungslos – eine Zunahme um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in Berlin steigen die Zahlen, die Prognosen sind düster.

Eine große Zahl Wohnungsloser sind Zugewanderte aus Südost-Europa in prekären Arbeitsverhältnissen
Foto: Nils Richter
Über 100.000 Personen mehr als im Vorjahr waren 2024 ohne Mietvertrag. Das ergibt eine aktuelle Hochrechnung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W). 465.000 Männer, 300.000 Frauen und 264.000 Kinder und Jugendliche waren demnach 2024 von Wohnungslosigkeit betroffen. Rund 56.000 von ihnen lebten gänzlich ohne Obdach auf der Straße. Eine große Anzahl davon machen Zugewanderte aus. Wohnungslosigkeit resultiert häufig aus Miet- und Energieschulden, Konflikten im Wohnumfeld oder einer Trennung. Susanne Hahmann, Vorsitzende der BAG W, warnt davor, dass die Zahlen noch weiter steigen könnten. „Die Ursachen sind bekannt: zu wenig bezahlbarer Wohnraum, Armut und drohende Kürzungen im sozialen Sicherungssystem.“ Die BAG sieht das Ziel des Nationalen Aktionsplans, der Wohnungslosigkeit bis 2030 überwinden will, in Gefahr und fordert unter anderem eine Ausweitung des Bestands preiswerter Wohnungen und den Ausbau eines flächendeckenden Präventionsnetzwerkes.
Auch in Berlin könnte sich die Situation weiter zuspitzen: Waren 2024 55.656 Menschen wohnungslos, könnten es bis 2030 bereits 85.600 sein, wie die Antwort des Senats auf eine bündnisgrüne Anfrage zeigt. Ein kleiner Lichtblick: 2025 wurden in Berlin 1183 Mietverträge für wohnungslose Menschen über das Projekt Housing First geschlossen.
Katharina Buri
www.bagw.de/fileadmin/bagw/media/Doc/PRM/PRM_25_BAG_W_Hochrechnung_2025_Pressemappe.pdf
21.01.2026




