Der Berliner Mietmarkt ist nicht mehr nur angespannt – es muss von einer Wohnungsnotlage gesprochen werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Gutachten, das die Linken-Fraktion im Abgeordnetenhaus im Dezember vorgestellt hat.

Foto: Nils Richter
Das Gutachten stellt darin fest, dass große Teile der Bevölkerung sich nicht mehr zu vertretbaren Bedingungen mit angemessenem Wohnraum versorgen können. Studien-Autor und Stadtsoziologe Andrej Holm: „Deshalb spreche ich von einer Wohnungsnotlage, die weitergehende Eingriffe des Senats erfordert, wenn eine soziale Wohnversorgung für alle gewährleistet werden soll.“ Begründet wird die Notlage anhand verschiedener Zahlen. So müssen heute mehr als 530.000 Haushalte – über 27 Prozent berlinweit – mehr als 30 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Bruttokaltmiete aufwenden. Bei 250.000 Haushalten oder 12,5 Prozent sind es sogar mehr als 40 Prozent. Zudem leben knapp 280.000 oder 15 Prozent aller Haushalte in unterdurchschnittlich kleinen Wohnungen: Ihre Wohnfläche unterschreitet die Medianwerte der jeweiligen Haushaltsgröße um mehr als ein Drittel. Den 100.000 Sozialwohnungen in Berlin stehen mehr als eine Million Haushalte gegenüber, die Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben.
Mit der Studie will die Fraktion Die Linke ihr „Sicher-Wohnen-Gesetz“ begründen. Dieses würde allen großen Vermieter:innen mit mehr als 50 Wohnungen eine Sozialquote für Niedrig- und Normalverdienende vorschreiben. Damit würden nach Berechnungen der Linken 17.000 bezahlbare Wohnungen mehr im Jahr zur Verfügung stehen.
Katharina Buri
www.linksfraktion.berlin/fileadmin/linksfraktion/download/2025/Studie_Wohnungsnot_in_Berlin_2025.pdf
21.01.2026




