Was muss noch passieren, damit dieser Eigentümer gestoppt wird? Diese Frage stellt sich angesichts der neuerlichen Eskalation in der Habersaathstraße 40–48. Der Berliner Mieterverein fordert das Bezirksamt Mitte auf, schnellstmöglich einen Treuhänder einzusetzen.

Foto: Sabine Mittermeier
Die Zustände in der sogenannten Papageienplatte sind unerträglich. Nun will der Eigentümer, die Arcadia Estates, auch noch Hausstrom und Wasser abstellen lassen. Dabei wohnen hier noch rund ein Dutzend Mietparteien. Sie haben sich bislang erfolgreich gegen den Abriss gewehrt. Im Dezember 2026 wird das Landgericht aller Voraussicht nach die Räumungsklagen letztinstanzlich abweisen. „Wer so rücksichtslos wie dieser Eigentümer handelt, dem muss die Immobilie schnellstens weggenommen und in Treuhänderschaft übergeben werden“, sagt zu den Vorfällen Sebastian Bartels, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins (BMV).

Doch derzeit fehlt es an den Voraussetzungen, weil das Bezirksamt offenbar keinerlei Verfahren nach dem Wohnungsaufsichtsgesetz eingeleitet hat – trotz der mutwilligen Zerstörungen von Hauseingängen, Wohnungstüren und Bädern sowie der unterbrochenen Warmwasser- und Fernwärmelieferung seit Winter 2025/2026. „Der Bezirk hat wertvolle Zeit verschenkt und den Eigentümer indirekt ermuntert, nach Gutdünken die Mieterschaft zu schikanieren“, kritisiert Bartels. Die Untätigkeit sei nicht nur völlig unverständlich, sondern empörend.
Vom zuständigen Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe (SPD), war keine Stellungnahme zu erhalten.
Birgit Leiß
23.09.2026




