Berlin bekommt zwei neue Frauenhäuser: In diesem Sommer eröffneten das zehnte und elfte Haus, in denen von Gewalt betroffene Frauen und Kinder unterkommen können. Die Plätze werden dringend benötigt.

Foto: pa/Soeren Stache
Mit den 70 neu geschaffenen Betten stehen künftig berlinweit Plätze für 430 Familien – 945 Schlafplätze für Frauen und Kinder – zur Verfügung. Wo die neuen Häuser entstehen, ist geheim: Täter sollen nicht in Erfahrung bringen können, wo die Frauen und Kinder untergebracht sind. Seit 2020 hat sich die Anzahl an Frauenhäusern fast verdoppelt, damals waren es sechs. Das hängt auch mit der Zunahme häuslicher Gewalt zusammen: Die Zahl der Betroffenen stieg 2025 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als fünf Prozent an. 2025 gab es demnach mehr als 13.000 von Gewalt in Partnerschaften Betroffene, in erster Linie Frauen. In den allermeisten Fällen sind aktuelle oder frühere Partner die Täter. Die Polizei geht von einer hohen Dunkelziffer aus. In der bundesweiten Frauenhaus-Statistik 2025, die vom Verein Frauenhauskoordinierung e. V. herausgegeben wird, heißt es: „Frauenhäuser müssen täglich schutzsuchende Frauen und Kinder aufgrund fehlender Plätze abweisen.“ Demnach fehlen gemäß der 2018 von der EU ratifizierten Istanbul-Konvention bundesweit rund 12.000 Frauenhausplätze – 7800 werden aktuell vorgehalten.
Berlin gibt 2026 mehr als 45 Millionen Euro für Gewaltschutz und zur Unterstützung von Frauen aus. Neben den neuen Frauenhäusern soll es auch mobile Beratungsstellen geben, die in den Randbezirken unterwegs sind und Frauen vor Ort mobil helfen können.
Katharina Buri
www.big-berlin.info
23.09.2026




