Zwei Tage lang wurde in der den Linken nahestehenden Rosa-Luxemburg-Stiftung über eine sozial gerechte, progressive Wohnungspolitik diskutiert. Im Mittelpunkt standen Instrumente wie der Mietendeckel und die Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen, aber auch ein kommunales Wohnungsbauprogramm.

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Fans der „Bauen Bauen Bauen“-Fraktion waren bei der Konferenz am 29./30. Mai nicht vertreten. Der Titel der Veranstaltung gab die Richtung vor: „Sicher Wohnen in Berlin – der Markt regelt es nicht!“ Für Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken, ist klar: „Die Wohnungsfrage ist nicht nur eine soziale Frage – sie ist die Klassenfrage unserer Zeit.“ Die Gutverdienenden mit Immobilienbesitz würden immer reicher, während immer mehr Menschen den größten Teil ihres Einkommens für die Miete aufbringen müssen. Sie ist überzeugt: „Man kann mit Wohnungsthemen Wahlen gewinnen.“

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Rund 85 Prozent der Berliner:innen wohnen zur Miete. Die Wohnungskrise trifft also fast alle. Rückenwind bekam sie aus Paris, wo seit dem Amtsantritt der Linken nicht nur eine weitgehend autofreie Stadt entstanden ist, sondern sich der Anteil der Sozialwohnungen von 13 auf 25 Prozent fast verdoppelt hat. Klar habe es erheblichen Gegenwind von der Immobilienlobby gegeben, sagte Ian Brossat von der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF). Er war von 2017 bis 2026 als stellvertretender Bürgermeister von Paris für den Wohnungsbau zuständig. Brossat: „Aber die Bevölkerung steht hinter uns. Die feindliche Stimmung der Medien spiegelt nicht die Mehrheit wider.“
Um sicher wohnen zu können, braucht es nach Überzeugung aller Diskussionsteilnehmenden einen bundesweiten Mietendeckel. Zweitens müssten die städtischen Wohnungsbaugesellschaften in die Lage versetzt werden, günstig zu bauen. Neubaumieten von 17 Euro gehen am Bedarf vorbei.
Wohnen in Sicherheit und Würde? Die Realität auf dem Wohnungsmarkt sieht anders aus, wie man beim Berliner Mieterverein nur zu gut weiß. Über zunehmende Eigenbedarfskündigungen und eine Professionalisierung der Abzocke berichtete Geschäftsführerin Wibke Werner: „Das sind keine Einzelfälle.“ Die Schlupflöcher im Mietrecht müssten endlich geschlossen werden.
Birgit Leiß
24.06.2026




