Schlange stehen für eine Mietwohnung ist in Berlin nichts Neues – digitales Schlangestehen aber schon. Das Internetportal Immoscout24 hat ein neues Angebot bekanntgegeben, das dies ermöglichen soll.

Illustration: Lisa Smith
Wohnungssuchende können sich bei Immoscout24 auf eine digitale Warteliste setzen lassen. In eine Suchmaske werden gewünschter Stadtteil sowie Größe und Ausstattung der gesuchten Wohnung eingetragen. Wenn Vermietende dann neue Wohnungen eintragen, können sie die Warteliste nach geeigneten Kandidat:innen und den hinterlegten Kriterien durchsuchen – bevor die Wohnung auf der Plattform für alle öffentlich angezeigt wird.
Der Haken: Um die Funktion nutzen zu können, müssen Suchende das Bezahlmodell „Suchen+“ von Immoscout24 nutzen – und zwar in der zweitteuersten Option „Pro“, die bei einem Jahres-Abo monatlich mit rund 18 Euro zu Buche schlägt – kürzere Laufzeiten sind noch teurer.
Immoscout24 schreibt, man könne nicht genau sagen, wie schnell Interessent:innen über die neue Funktion kontaktiert würden: „Da du dich unverbindlich auf eine Warteliste setzen lässt, kann es sehr unterschiedlich lange dauern, bis sich Vermieter:innen bei dir melden.“
Das Unternehmen nennt als Begründung für die neue Funktion, man wolle der Wohnungsvergabe unter der Hand entgegenwirken, die Suche transparenter gestalten und so mehr Chancengleichheit schaffen. Davon profitiert aber nur, wer in der Lage und bereit ist, den hohen Beitrag dafür zu bezahlen. Das Gleiche gilt für eine weitere neue Funktion des Immoscout-Angebots: die Teilnahme an einem Netzwerk, in dem Mieter:innen vor dem Umzug ihre Wohnung einstellen können und ihrerseits Zugriff auf andere Wohnungen in diesem Netzwerk erhalten.
Katharina Buri
26.05.2026




