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Betr.: MieterMagazin 5/25, Seite 22, Birgit Leiß: „IHK-Geschäftsstraßen-Studie: Sicher, sauber, mehr Remmidemmi“
Wo kauft die fehlende Kundschaft jetzt?
Unter der erwähnten Anwohnerschaft gibt es sicher viele, die schon seit einiger Zeit online bestellen und somit zum Aufgeben kleiner Läden und zu Umsatzrückgängen in Kaufhäusern nicht unwesentlich beitragen. Das kann man unter anderem auch in manchen kleinen Geschäften sehen, wo Pappkartons für die Besteller in der Nachbarschaft teils bis an die Decke gestapelt warten. Dieselben Leute beklagen dann das Verschwinden der Infrastruktur. Ihr Beitrag erwähnt zwar fehlende Kundschaft, aber seltsamerweise nicht, wo denn diese Kundschaft jetzt ihre mehr oder weniger notwendigen Einkäufe macht. Und wer braucht in Läden oder Kaufhäusern noch mehr nervigen Erlebnischarakter oder Event- und Kulturanteil – den es bei Online-Bestellungen sicher nicht gibt?
Klaus von Staden
Betr.: MieterMagazin 10/25, Seite 14, Birgit Leiß: „Außer Betrieb – Reparaturstau und Servicelöcher bei den städtischen Wohnungsunternehmen“
Kein Unterschied zu den renditeorientierten Unternehmen
Bedauerlicherweise kann ich die Schilderungen aus eigener Erfahrung nur bestätigen: In unserem Mietshaus der WBM kam es vermutlich aufgrund mangelnder Instandhaltung zu mindestens fünf Wasserschäden in diesem Jahr, drei davon zogen sich über mindestens drei Etagen. Dass die WBM einen Vertrag mit der Firma B&O für Schadensbeseitigungen abgeschlossen hat, macht die Schäden für die Betroffenen zusätzlich zum Albtraum. Eine unvollständige Aufzählung: Termine zur ersten Schadensbegutachtung werden überhaupt erst nach mehreren drängenden Aufforderungen vergeben. Teilweise werden diese erst nach über einem Monat durchgeführt, genug Zeit für Schimmelbildung also. Mündliche Absprachen sind grundsätzlich bedeutungslos. Versuchen Mieter:innen, die Englisch sprechen oder keine deutsche Vorwahl haben, bei der B&O anzurufen, wird aufgelegt. Mehrere Mietparteien mussten knapp zwei Wochen ohne Zu- oder Abwasser auskommen. Einem der betroffenen Mieter wurden durch die WBM nachträglich weniger als 30 Euro Mietminderung angeboten. Meist aber antwortet die WBM nicht und bearbeitet berechtigte Mietminderungsbegehren auch innerhalb von vier Monaten nicht.
Besonders bitter ist, dass die WBM zum Jahreswechsel 2025 pauschal versuchte, bei mehreren betroffenen Mietparteien die maximal mögliche Mieterhöhung von 11 Prozent durchzusetzen. Dabei wurde wohl wissentlich über das durch den Mietspiegel erlaubte Maß hinausgegangen und anschließend tatsachenwidrig versucht, mit dem wohnwerterhöhenden Merkmal „bevorzugte Wohnlage“ die Erhöhung zu rechtfertigen. Es stellt sich die Frage, inwiefern sich die WBM in ihrem Umgang mit Mieter:innen noch von den einschlägig bekannten renditeorientierten Unternehmen unterscheidet.
M.T.
(Name ist der Redaktion bekannt)
Betr.: MieterMagazin 1+2/26, Seite 11, Rosemarie Mieder: „Verschenke-Kisten – Kleiner Knigge gegen Vermüllung“
Zweifel an Wegwerfmentalität nehmen zu
Auf der Straße stehende Kartons mit zu verschenkenden Gegenständen beweisen, dass immer mehr Menschen bezweifeln, dass unsere Wegwerfmentalität mit dem Nachhaltigkeitsgedanken vereinbar ist. Es widerstrebt ihnen, noch brauchbare Sachen in den Müll zu werfen. Das finde ich durchaus lobenswert. Allerdings sollten dabei keine Dreckecken entstehen, weshalb die Einhaltung Ihres kleinen Knigge gegen Vermüllung unerlässlich ist. Ordentliche Kartons sollten geduldet werden.
Als Kriegskind, Jahrgang 1939, frage ich mich schon lange, weshalb zum Beispiel noch gut erhaltene Möbel und Einrichtungsgegenstände in der Müllverbrennung landen, anstatt sie, als Übergangslösung, zugewanderten armen Menschen zur Verfügung zu stellen. Warum sollte das gegen deren Menschenwürde verstoßen?
Als wir 1945 aus der Evakuierung in unsere fast leere Wohnung zurückkehrten, aus der selbst der Besen verschwunden war, freuten wir uns über den Reisigbesen, den unser Opa für uns angefertigt hatte und waren dankbar. Heutzutage muss alles neu gekauft werden, wobei vieles relativ schnell im Müll landet. Wie sinnvoll ist das alles?
Brigitta Lehfeld
27.04.2026




