Vor zehn Jahren haben sich Mieterinnen und Mieter der Deutschen Wohnen – heute zu Vonovia gehörend – vernetzt und zu einer Initiative zusammengefunden. Hannes Strobel war einer der Initiatoren.

Foto: Sabine Mittermeier
MieterMagazin: Zehn Jahre Vonovia, zehn Jahre Probleme für die Mieter:innen. Warum war es damals nötig, sich zu vernetzen?
Hannes Strobel: Wenn Wohnungen profitorientierten Unternehmen gehören, bringt das viele Probleme für die Mieter:innen mit sich – damals wie heute. Immer gilt: Einzelne können gegen Deutsche Wohnen, Vonovia & Co. wenig ausrichten. Nur wer sich zusammenschließt, kann etwas erreichen. Vor zehn Jahren habe ich gemeinsam mit betroffenen Mieter:innen aus der Otto-Suhr-Siedlung in Kreuzberg den „Mieter:innen-Protest Deutsche Wohnen“ gegründet, nachdem ein vorheriger Vernetzungsversuch eingeschlafen war. Wir fanden es wichtig, dass sich die Mieter:innen berlinweit zusammentun, weil es überall ähnliche Probleme gab.
MieterMagazin: Was war der heftigste Konflikt, den Sie erlebt haben? Was der größte Erfolg?
Hannes Strobel: Am Anfang waren es Modernisierungsmaßnahmen, mit denen die Deutsche Wohnen maßlose Mietsteigerungen durchsetzen wollte. Diese konnten durch die Proteste organisierter Nachbarschaften in einigen Fällen zumindest abgeschwächt werden. Seit geraumer Zeit gehören völlig überhöhte Nebenkostenabrechnungen zum Geschäftsmodell von Vonovia und Co. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Mieter:innen inzwischen gemeinsam und entschlossen dagegen vorgehen. Das Berliner Bündnis gegen Vonovia und Co. leistet eine tolle Arbeit.
MieterMagazin: Sollte die Vonovia vergesellschaftet werden?
Hannes Strobel: Unbedingt – das sehe ich genauso wie die große Mehrheit der Berliner:innen, die dies per Volksentscheid beschlossen haben. Wohnungen gehören nicht an die Börse, sondern sollten im Interesse der Mieter:innen verwaltet werden. Ich hoffe, dass bei der kommenden großen Mietenwahnsinn-Demo am 5. September viele Tausende Mieter:innen für ein bezahlbares Berlin und die Umsetzung des Volksentscheids auf die Straße gehen.
Interview: Stefan Klein
21.04.2026




