Warum ist der Eigentümer der Graefestraße 13 nicht in der Lage, innerhalb von sechs Jahren relativ einfache Brandschäden zu beseitigen und die Wohnungen wieder benutzbar zu machen?

Foto: Christian Muhrbeck
Sieben von acht Wohnungen im Vorderhaus stehen seit dem Brand im Januar 2020 leer. Zwar wurden sie von der Bauaufsicht Friedrichshain-Kreuzberg nach wenigen Monaten wieder freigegeben, doch der Eigentümer sprach unter Androhung strafrechtlicher Maßnahmen ein Betretungsverbot aus. Einige Mieter:innen harren bis heute in Zwischenlösungen aus, andere haben sich angesichts der völligen Ungewissheit mittlerweile etwas anderes gesucht.

Foto: Christian Muhrbeck
Anstatt die Wohnungen wieder in Ordnung zu bringen, wurden Kündigungen ausgesprochen und eine Komplettsanierung inklusive Fahrstuhleinbau und Dachgeschossausbau angekündigt – Maßnahmen, für die die Eigentümer-GbR aus München allerdings gar kein Geld hat.
Von erforderlichen 5,7 Millionen Euro Sanierungskosten spricht Rechtsanwalt und Eigentümervertreter Robby Fichte in einer Stellungnahme an das MieterMagazin. Der Sanierungsbedarf habe sich im Laufe der Jahre als erheblich höher herausgestellt als zunächst angenommen. Allerdings haben diese Maßnahmen größtenteils mit dem Brand gar nichts zu tun. Zudem bleibt auch unklar, warum die Sanierung nicht im bewohnten Zustand möglich sein soll. Gaby Gottwald, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung, bezweifelt, dass es jemals die Absicht gab, die Immobilie wieder bewohnbar zu machen. Sie fordert Ordnungsmaßnahmen durch den Bezirk oder die Einsetzung eines Treuhänders. Nach Auskunft des Bezirksamts sind wegen des Leerstands mehrere Verfahren beim Verwaltungsgericht anhängig.
Inzwischen hat die Eigentümer-GbR dem Bezirk einen Verkauf vorgeschlagen. „Aktuell wird die Ansprache potenzieller Ankäufer vorbereitet, insbesondere von Genossenschaften“, heißt es dazu im Bezirksamt.
Birgit Leiß
25.03.2026




