Kaputte Aufzüge, Schimmel in der Wohnung, wochenlang keine Heizung oder vermüllte Höfe – viele Mieter:innen kennen solche Zustände. In ihren Häusern und Wohnungen beklagen sie eine zunehmende Verwahrlosung und teils menschenunwürdige Verhältnisse.
Dabei sind Vermieter:innen gesetzlich verpflichtet, Wohnungen instand zu halten und Schäden zu beheben. Doch dieser Pflicht kommen sie häufig nicht nach. Die Gründe sind vielfältig – immer öfter lässt sich jedoch ein Muster erkennen: Viele Vermieter:innen sparen gezielt an Reparaturen und grundlegender Instandhaltung, um ihre Gewinne zu maximieren. Möglichst geringe Ausgaben bei möglichst hohen Einnahmen – ein Geschäftsmodell, das auf Kosten der Mieter:innen und ihrer Wohnverhältnisse geht. Gleichzeitig fehlt es in den bezirklichen Bau- und Wohnungsämtern an Personal und Ressourcen – und nicht selten auch am Willen der politischen Entscheidungsträger:innen, diesem kalkulierten Missstand etwas entgegenzusetzen. Viele Mieter:innen resignieren, weil sich trotz ihrer Beschwerden und Mängelanzeigen nichts ändert.
In der Broschüre „Gemeinsam gegen Wohnungsmängel. Wie geht das?“, die der Berliner Mieterverein in Kooperation mit dem Kiezprojekt erstellt hat, ermutigen wir Mieter:innen sich zusammenschließen und ihre Rechte kollektiv durchsetzen. Die Broschüre erläutert die mietrechtlichen Grundlagen und vermittelt juristische, wirtschaftliche und öffentliche Werkzeuge für Mieter:innenprotest. Anhand der praktischen Erfahrungen von Mieterinitiativen wie der Kiezinitiative weiße Siedlung und Kotti & Co. entwirft die Broschüre eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für koordinierte Mängelaktionen im Haus oder in der Wohnanlage. Die Idee ist dabei: Wenn viele Nachbar:innen gleichzeitig Mängel anzeigen, Fristen setzen, Öffentlichkeit herstellen oder – gut beraten – Mietminderungen und Klagen einreichen, entsteht echter Druck.
Diese Broschüre richtet sich an Hausgemeinschaften, Nachbarschaftsinitiativen und engagierte Einzelpersonen, die sich nicht länger mit Missständen abfinden wollen. Sie zeigt: Rechte müssen nicht nur individuell geltend gemacht werden – sie können auch kollektiv erstritten werden. Denn zusammen können wir deutlich mehr bewirken als allein!
Broschüre Gemeinsam gegen Wohnungsmängel [PDF]

26.02.2026




