Die unter „Leserbriefe“ abgedruckten Beiträge sind Meinungsäußerungen von Leserinnen und Lesern zu Berichten im MieterMagazin und geben nicht die Meinung der Redaktion wieder.
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Betr.: Regelmäßige Mitteilungen der Wohnungsunternehmen zum Wärmemengenverbrauch
Teure und nutzlose Bürokratie
Ich möchte Sie auf einen Missstand aufmerksam machen, der zehntausende Mieterinnen und Mieter in Berlin betrifft: Monat für Monat erhalten sie eine sogenannte ‚Wärmemengen-Information‘ per Post. Diese Schreiben verursachen enorme Kosten für Druck und Porto – ohne erkennbaren Nutzen. Niemand spart Energie, weil er einen Brief mit unverständlichen Zahlenwerten erhält. Für die Wohnungsunternehmen ist es eine Pflicht, für die Mieter reine Papierflut. Dabei geht es um Summen im sechsstelligen Bereich jedes Jahr – Geld, das dringend in den sozialen Wohnungsbau, Sanierungen oder echte Energieeinsparungen fließen müsste. Ich finde: Mieterinnen und Mieter haben ein Recht darauf, dass ihre Nebenkosten nicht für nutzlose Bürokratie verschwendet werden.
Falko Fischer
Betr.: MieterMagazin 10/22, Seite 9, Katharina Buri: „Geschäftemacherei mit der möblierten Vermietung – Möblierungszuschlag leider unbekannt“ (Beitrag steht im MM-Archiv)
Eine Never Ending Story
Dem Inhalt des Beitrags kann ich als Mieter der Samoastraße 21 zustimmen. Zusätzlich wird nur ein Minimum in die Instandhaltung der Immobilie investiert, Schäden lange Zeit ignoriert oder lediglich notdürftig repariert. Gut funktionierend sind aber alle zwei Jahre stattfindende Mieterhöhungen mit zum Teil absurden wohnwerterhöhenden Merkmalen. Nach den möblierten Wohnungen, mit welchen sich scheinbar gut Geld machen ließ, teilte der Eigentümer des Mietshauses im Herbst 2025 den Verkauf des in Teilen sanierungsbedürftigen Gebäudes mit. Selbstverständlich nicht komplett, sondern in einzelnen Wohneinheiten. Der Verdacht liegt nahe, dass dies geschieht, um mehr daran zu verdienen. Uns Mieterinnen und Mietern wurde ein Infoschreiben zugesandt, welches uns den Selbsterwerb mit Vorkaufsrecht schmackhaft machen soll. Die Motivation, eine Eigentumswohnung in dem Haus zu erwerben, ist aufgrund bekannter Mängel verhalten. Man kann auswärtigen Interessierten nur raten, die Bausubstanz kritisch zu betrachten. Irgendwann stehen notwendige Modernisierungen an, und es sieht ganz danach aus, dass der jetzige Besitzer sie gerne anderen überlassen möchte. Profite aus Wohnraum herauszuschlagen ist eben doch eine „Never Ending Story“.
B.S.
(Name ist der Redaktion bekannt)
Betr.: MieterMagazin 1+2/26, Seite 11, Rosemarie Mieder: „‚Verschenke-Kisten‘: Kleiner Knigge gegen Vermüllung“
Deckmantel Nachhaltigkeit
Ich finde es gut, dass Berlin strenger gegen diese „Verschenkekisten“-Unsitte vorgehen will, denn mich nervt dieser Müll auf den Straßen, der als „Geschenk“ getarnt wird. Diese „Verschenkekisten-Romantik“ ist oft nichts anderes als Verantwortung abladen unter dem Deckmantel von Nachhaltigkeit.
Es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, gut erhaltene Dinge loszuwerden. Dazu muss man halt etwas Mühe investieren in die Dinge, für die man verantwortlich ist, weil man sie mal irgendwann gekauft hat. Es gibt Verschenk-Gruppen bei Facebook, die „NochMall“ von der BSR, Kleinanzeigen, nebenan.de und so weiter.
Viele Leute stört es einfach, wenn jemand seinen Hausrat auf die Straße wirft. Schnell gesellen sich defekte Sachen und zerschlissene Bücher dazu. Und sobald es regnet und niemand zugreift, wird aus zu verschenkenden Dingen schlicht öffentlicher Abfall. Motto: „Irgendwer wird sich schon kümmern – Hauptsache ich bin die Verantwortung los.“
F.K.
(Name ist der Redaktion bekannt)
24.02.2026




