Bis zum 8. Mai sammelt die Initiative „Berlin werbefrei“ Unterschriften gegen zu viel Werbung im öffentlichen Raum. Ziel ist ein Volksentscheid am 20. September.

Foto: Christian Muhrbeck
Werbung will auffallen und wird deshalb immer größer, greller und bewegter. Die Initiative „Berlin werbefrei“ will nicht mehr hinnehmen, dass Reklame das Stadtbild dominiert, und strebt deshalb dieses Ziel per Volksentscheid an.
Ihrem Gesetzentwurf zufolge sollen Werbemonitore und Wechsellichtanlagen verschwinden. Diese Einrichtungen senden Tag und Nacht flackernd leuchtende Werbebotschaften in die Stadt. Das ist nicht nur ein ästhetisches Ärgernis, sondern auch eine durchaus große Lichtverschmutzung und Energieverschwendung.
Ebenso soll Baugerüstwerbung verboten werden. Immer wieder werden Mietshäuser komplett mit Riesen-Transparenten verhüllt, so dass tags kaum Licht hindurchkommt, nachts aber die Wohnung hell erleuchtet ist, weil die Werbung von außen angestrahlt wird.
Litfaßsäulen und Werbeflächen an BVG-Wartehäuschen, die nicht hinterleuchtet und bewegt sind, ebenso Plakatwände bis zu einer bestimmten Größe sollen weiter erlaubt sein. An Ladengeschäften darf auch die eigene Leuchtreklame bleiben. Werbeflächen auf öffentlichem Grund sollen mindestens zur Hälfte Veranstaltungen und kulturelle, soziale und gemeinnützige Zwecke bewerben.
Eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus hat das Ansinnen abgelehnt. Die Initiative will nun bis zum 8. Mai 240.000 Unterschriften sammeln, um die Quote von sieben Prozent der Wahlberechtigten zu erreichen. Dann wäre der Weg frei für einen Volksentscheid: Möglicherweise könnten die Berliner:innen über das Werbefrei-Gesetz am Tag der Abgeordnetenhauswahl abstimmen.
Jens Sethmann
berlin-werbefrei.de
17.02.2026




