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Die Universitätsversuchsfelder an der Lentzeallee in Dahlem sollen zum Teil bebaut werden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sieht hier einen idealen Standort für "hochwertiges Wohnen" und hat den Flächennutzungsplan entsprechend geändert. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Steglitz-Zehlendorf will die Bebauung der Felder jetzt aber verhindern.
In seltener Einmütigkeit forderten die CDU und die Grünen in der BVV Steglitz-Zehlendorf, von einer Bebauung Abstand zu nehmen und die Versuchsfelder der "Wissenschaftsdomäne Dahlem" in Gänze zu erhalten. "Die Freifläche trägt dazu bei, einer weiteren Stadtverdichtung entgegenzuwirken und ist somit auch ein entscheidender Beitrag für verbesserte ökologische Verhältnisse in der angrenzenden Region und in der Stadt insgesamt", heißt es bei der Bezirks-CDU. Der Senat solle daher die Änderung des Flächennutzungsplanes rückgängig machen und das gesamte Areal wieder als "Gemeinbedarfsfläche mit hohem Grünanteil - Hochschule und Forschung" ausweisen. Die Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kam im August und fiel eindeutig aus: "Wir sehen keine Veranlassung, den Plan erneut zu ändern", meinte Horst Sauer, Gruppenleiter für die Flächennutzungsplanung bei der Stadtentwicklungsverwaltung. Erst im Juni 2000 ist die Änderung des Flächennutzungsplans nach sorgfältiger Abwägung vom Abgeordnetenhaus beschlossen worden: Randbereiche der Felder an der Lentzeallee wurden zu Wohnbauflächen umgewidmet, der größte Teil des Geländes bleibt als Versuchsfeld für die Universitäten erhalten. Die Senatsverwaltung sieht in dem landeseigenen Gelände "attraktive Flächenpotenziale für hochwertiges Wohnen". "Planungsziel für diesen gut erschlossenen innenstadtnahen Bereich ist die behutsame Arrondierung der bestehenden Bebauung", heißt es in der Planungserläuterung. "Dadurch mobilisieren wir Flächen für eine aufgelockerte, eigentumsfähige Wohnbebauung, die hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist", erklärte Horst Sauer. Auch zur Verringerung der Abwanderung ins Umland soll die Planung beitragen. "Die Flächennutzungsplanung schafft lediglich die planerischen Voraussetzungen", so Sauer, konkrete Bauprojekte gebe es zur Zeit noch nicht. Die Planungshoheit für die städtebauliche Umsetzung liegt nun beim Bezirk. Dass eine Koalition aus Bezirkspolitikern und Bürgern auch Senatspläne kippen kann, zeigte die Auseinandersetzung um die vorgesehene Bebauung des so genannten Antennenfeldes auf dem Gelände der Domäne Dahlem: Angesichts der Proteste ließ der Senat das Bauvorhaben fallen. Auch im Fall der Lentzeallee hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, in der Lokalpolitiker von Bündnis 90/Grüne und CDU sowie Mitarbeiter der drei Berliner Universitäten aktiv sind. Seit Ende letzten Jahres hat sie nach eigenen Angaben über 6500 Unterschriften gegen die Bebauung der Versuchsfelder gesammelt.
Jens Sethmann
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