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"Die Alternative zu einer immer weiter ausufernden Suburbanisierung kann nur darin bestehen, innerhalb der Städte in durchmischten, möglichst innenstadtnahen Quartieren selbst ein Angebot an städtischen Haustypen zu schaffen, die trotz höherer Dichte noch möglichst viel von den Aneignungsqualitäten der Einfamilienhäuser des Umlandes bewahren."
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Diesen Ausblick fasst der Stadthistoriker Clemens Zimmermann in seinem Beitrag über die wohnungspolitische Seite der Suburbanisierung zusammen. Damit trifft er die aktuelle Diskussion um die Reform einer Wohnungsbauförderung, die heute weitgehend zur Vermögensbildung durch Eigenheimbau degeneriert ist. Die Schieflage heutiger Wohnungsbauförderung wird weniger unter sozialpolitischen Wirkungen als unter den fatalen ökologischen Folgen eines zunehmenden Flächenverbrauchs beurteilt. Die politisch häufig beschworene Anhebung der Eigentumsquote in Deutschland auf 50 Prozent wäre nur mit 3 Millionen neuen Eigenheimen und Eigentumswohnungen zu erreichen, was zu einem gravierenden Schub weiterer Zersiedlung führen würde. Der von Tilman Harlander herausgegebene Sammelband ist ein hervorragendes Kompendium des deutschen Städtebaus, unter Berücksichtigung der aktuellen Tendenzen in Ost und West. Er schließt eine Lücke zwischen der Stadtforschung, die im Wesentlichen als Großstadtanalyse daherkommt und der Betrachtung ländlicher Räume.
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Der Band beschreibt die Stadtbaugeschichte von Villa und Eigenheim vor dem Hintergrund der Suburbanisierung und im Kontext der jeweiligen Wohnungspolitik. Historisch wird der Bogen gespannt von den Sommerhäusern und den Villenkolonien über Gartenstädte und Kleinsiedlungen zu den heutigen Wohnparks und Ökosiedlungen. Schwerpunkt der Betrachtungen sind die städtebaulichen Qualitäten, die sich in den Siedlungen herausgebildet haben, dargestellt anhand von 25 Fallstudien, darunter auch zwei über Lichterfelde und Grunewald von Harald Bodenschatz.
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Selten fallen Wunsch und Wirklichkeit soweit auseinander wie beim Wohnen im frei stehenden Eigenheim, obwohl sogar ein großer Teil der Bevölkerung schon frühzeitig mit finanzieller Vorsorge beginnt. 33,4 Millionen Bausparverträge im Lande geben ein Beispiel dieser Wohnbedürfnisse. In Anbetracht von Wohnungsleerstand, Segregation und weiterhin starker Umlandwanderung sollten die Eigenheimwünsche nicht als irrational abqualifiziert werden. Denn die Zeiten, als Suburbanisierung nur in Villenkolonien stattfand und diese exklusives Refugium des aufstrebenden Bürgertums wurden, sind längst vorbei. Vielmehr hat eine Demokratisierung des Privilegs, im Grünen zu wohnen, stattgefunden.
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Der Rückzug ins Private, gegen den Alexander Mitscherlich in der "Unwirtlichkeit der Städte" noch polemisiert hatte, ist allgegenwärtig und hat breite Schichten der Bevölkerung erfasst. Der vorliegende Band trägt gewiss dazu bei, ideologische Scheuklappen bei der Bewertung suburbaner Wohnformen abzulegen. Dabei wird allerdings die Notwendigkeit unterstrichen, sich den ökologischen und sozialen Konsequenzen stärker zu stellen.
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Reiner Wild
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Tilman Harlander (Hg.)
Villa und Eigenheim - Suburbaner Städtebau
in Deutschland
DVA-Verlag/
Wüstenrot
Stiftung
Ludwigsburg 2001,
519 Seiten,
ISBN 3-421-03299-8
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