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In der Wohnsiedlung "Bremer Höhe" in Prenzlauer Berg ist ein Blockheizkraftwerk ans Netz gegangen. Die Idee zu dieser kombinierten Strom- und Wärmeversorgung kam von der Wohnungsbaugenossenschaft Bremer Höhe, die aus einer Mieterinitiative entstanden ist. Die 105 Wohnungen des ersten Bauabschnitts werden nun mit umweltfreundlicher - und zugleich preisgünstiger - Energie versorgt.
Als Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) am 15. September unter dem Dach der Gneiststraße 3 auf den roten Knopf drückte, war das nur eine symbolische Inbetriebnahme des Blockheizkraftwerks. Seit Mitte August läuft die Anlage schon im Probebetrieb - "Bisher fehlerlos", freut sich Ulf Heitmann vom Vorstand der Genossenschaft, "Wohnungen und Wasser sind warm." Bis 2003 will die Genossenschaft alle circa 500 Wohnungen zwischen Schönhauser und Pappelallee, Buchholzer und Gneiststraße in Eigenregie sanieren und mit zwei weiteren Blockheizkraftwerken ausstatten. Das erste Kleinkraftwerk versorgt die Häuserzeile auf der Südseite der Gneiststraße nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung sowohl mit Wärme als auch mit elektrischer Energie. Kern der Anlage ist ein gasbetriebener Vier-Zylinder-Ottomotor mit zwei Litern Hubraum, der einem normalen Automotor sehr ähnlich ist. Er erzeugt mit einer Leistung von 18 kW über die Kurbelwelle Strom, die Abwärme des Motors verpufft nicht ungenutzt, sondern wird zum Heizen verwendet. Daneben steht ein Brennwertkessel mit 500 kW. "Die Versorgungssicherheit ist garantiert", versichert Michael Geißler von der Berliner Energieagentur, die das Blockheizkraftwerk bezahlt hat und betreibt. Im Notfall kann auch Strom von der Bewag bezogen werden. Die Anlage erfreut sich einer hohen Akzeptanz: "95 Prozent der Mieter nehmen den hier erzeugten Strom ab", sagt Michael Geißler. Der Strompreis bleibt unter dem "Klassik"-Tarif der Bewag, und wenn man nicht mehr als 2000 kWh im Jahr verbraucht, ist auch der Billiganbieter "Yello" teurer als die vor Ort erzeugte Elektrizität. Die monatlichen Kosten der Mieter für Heizung und Warmwasser liegen voraussichtlich bei rund 1,30 DM pro Quadratmeter und damit unter dem Berliner Durchschnitt. "Durch die Energieberatung Prenzlauer Berg haben sich die meisten Mieter überzeugen lassen", sagt Ulf Heitmann. Weil die Mieterkeller erhalten werden sollten, wurde die Anlage ungewöhnlicherweise unter dem Dach installiert. Damit es in der darunter liegenden Wohnung nicht zu laut wird, ist das Blockheizkraftwerk mehrfach schallgedämmt. Ulf Heitmann hat es während des Probebetriebs getestet: "Man hört nichts." Im Vergleich zu einer herkömmlichen Wärme- und Stromversorgung wird etwa 40 Prozent weniger Kohlendioxid ausgestoßen. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme hat das Blockheizkraftwerk einen viel höheren Wirkungsgrad als übliche Kraftwerke, und weil die Energie vor Ort erzeugt wird, treten auch kaum Transportverluste auf. Senator Strieder nannte das Energieversorgungskonzept in ökologischer und ökonomischer Hinsicht "vorbildlich". "Ich hoffe, dass dieses heute vorgestellte Projekt zum Wohle der Umwelt und der Berliner Mieterinnen und Mieter schnell Schule machen wird", erklärte Peter Strieder, der sich auch darüber freut, dass er durch die Investition der Energieagentur Fördermittel in Höhe von 500000 DM einsparen konnte.
Jens Sethmann
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