MieterMagazin

 Juli/August 2003 - aktuell

Lokale Agenda 21

Eine Zukunft für Berlin - erstmal auf Papier

Auch wenn die Agenda 2010 der Bundesregierung in aller Munde ist - elf Jahre nach der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro hat die Lokale Agenda 21 als Instrument einer nachhaltigen Kommunalentwicklung noch längst nicht ausgedient. Unter dem Motto "Mit Zukunft gestalten - Zukunft mitgestalten" wird zurzeit der Berliner Agendaentwurf diskutiert.

Ende 2003 will das Agendaforum, ehemals als Runder Tisch zur nachhaltigen Entwicklung in Berlin und Brandenburg gegründet, eine gesamtstädtische Lokale Agenda 21 vorlegen. "Ziel dieser Agenda 21 ist es, Berlin zukunftsfähig zu machen, das heißt die Politik und das Verhalten aller Bewohner so zu gestalten, dass sie auch zukünftig gute Lebensbedingungen in der Stadt haben und wir auch nicht auf Kosten der Dritten Welt leben", heißt es in einem Positionspapier. Das Berliner Agendaforum versteht sich dabei als "Zusammenschluss von Vertretern gesellschaftlicher Gruppen und Organisationen, die im Dialog mit Verwaltung und Politik die Lokale Agenda 21 für Berlin beraten beziehungsweise formulieren". Handlungsfelder sind:

Verkehr/Mobilität
Klimaschutz
Soziale Stadtentwicklung/sozialer Zusammenhalt
Partizipation der Bürger
Zukunft der Arbeit - Nachhaltige regionale Entwicklungspotenziale
Strukturwandel zur Informationsgesellschaft
Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und Sprache als Grundlage der Integration
Berlin in der "Einen Welt".

Zu jedem dieser Handlungsfelder wurden Leitbilder und Handlungsziele definiert, Indikatoren dienen zur Erfolgskontrolle. So steht zum Beispiel im Mittelpunkt des Handlungsfeldes "Soziale Stadtentwicklung/sozialer Zusammenhalt" der Strukturwandel von der Industrie- zur Informations- und Dienstleistungsgesellschaft - mit Problemen wie Arbeitsplatzverlusten, Auflösung bislang bekannter sozialer Bindungen und hoher Fluktuation im Wohnungsbestand. Quartiersmanagement, das Aktionsprogramm Urbane Integration, URBAN II und der Vertrag Stadtteilzentren sollen dem gegensteuern. Auch Projekte auf örtlicher Ebene sind hier integriert, so zum Beispiel das Team für Bürgerbeteiligung und nachhaltige Stadtentwicklung im Revaler Viereck, ein interkulturelles Netzwerk für Berlin-Mitte und der Zukunftsspeicher am Kulturhafen Treptow.

Für Projekte zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in Berlin wurde beim "Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung" aus Mitteln der Lottostiftung die "Projektagentur Zukunftsfähiges Berlin" gegründet - sie finanziert entsprechende Projekte (www.izt.de/projektagentur). Handlungsbereitschaft ist schließlich nur eine Voraussetzung, Geld oft die entscheidende. "Es gibt keine dauerhafte Zukunft auf Kredit", musste auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit kürzlich zugeben. In Anbetracht der Finanzlage der Stadt sollen die Ziele in kurz- und langfristige (bis 2006 beziehungsweise 2020) unterteilt werden.

Bis zum September 2003 finden zahlreiche Veranstaltungen statt, in denen Fachleute aus den Arbeitsgremien des Agendaforums ihre Leitbilder, Ziele und Maßnahmenvorschläge für ein zukunftsfähiges Berlin mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren. Die Termine werden in der Tagespresse bekannt gegeben und sind auch unter www.agendaforum.de/termine abrufbar. Senat und Abgeordnetenhaus könnten dann Anfang 2004 die Berliner Agenda 21 verabschieden. Zumindest auf dem Papier ist dann der Weg Berlins in die Zukunft festgelegt.

Rainer Bratfisch

  Geschäftsstelle
des Agendaforums

im Deutschen Institut
für Urbanistik
Thomas Preuß
Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin
Tel. 39001-265
Fax 39001-241
preuss@agenda forum.de

Agenda-Büro
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Dr. Andreas Faensen-Thiebes
Brückenstraße 6
10179 Berlin
Tel. 9025-2131
Fax 9025-2522
faensen-thiebes@senstadt. verwalt-berlin.de

www.agendaforum.de

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