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Das Scheitern von zuvor euphorisch gefeierten Plänen wird gern schamvoll verschwiegen. Vorbei und schnell vergessen, Berlins Stadtentwicklung ist auf die Zukunft gerichtet! Andreas Hoffmann aber versammelt zahlreiche Berliner "Luftschlösser" der Nachkriegszeit noch einmal in einem kleinen Bändchen zur genüsslichen Rückschau.
Skurril bis atemberaubend, oft aber auch nur irrsinnig muten die Träume der jüngsten Geschichte an: Ein Kohleflöz in Reinickendorf sollte den Bergbau einläuten, und beinahe 20 Jahre lang drohte die autogerechte Untertunnelung von Zehlendorf-Mitte, bis Wahlen dort den politischen Umschwung brachten. Die Pläne für ein World-Trade-Center blieben genauso auf dem Papier, wie jene für Transrapid und Westtangente oder für eine Olympiahalle in Mitte. Auch das Parteihochhaus am Marx-Engels-Platz erlebte nie den ersten Spatenstich. Nicht einmal die Fließrichtung der Abwässer blieben von kuriosen Änderungsplänen verschont. Nach dem Mauerbau, getrennt nach Stadthälften, sollte das "Objekt 3333" die stinkende Brühe befördern - notfalls bergauf. Das Panorama zum Teil unglaublicher Projekte kommt mit der nötigen Portion Witz daher. Das Aufatmen darüber, dass alle aus den verschiedensten Gründen nur fixe Ideen geblieben sind, durchzieht die kenntnisreichen, detaillierten Schilderungen spürbar. Nach der erfrischenden Lektüre mag trotzdem mancher Leser leicht seufzen: Wenn man doch nur heute schon einige aktuelle Projekte gleich aus diesem Blickwinkel betrachten könnte.
Sabine Schuster
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