MieterMagazin

 Juli/August 2003 - aktuell

Das aktuelle Interview

"Neue Chancen der Mediennutzung"

Am 17. Juni veranstaltete der GdW, der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen, in Berlin den Kongress "Neuordnung des Kabelmarktes - Strategien der Wohnungswirtschaft". Antworten auf Fragen, die dort diskutiert wurden, entscheiden künftig darüber, was Mieter über Kabelanschluss nutzen können und wie viel das kosten wird. Lutz Freitag, Präsident des GdW, erläutert im Interview, was auf dem Kongress zur Debatte stand.

MieterMagazin: Was ist der Anlass für einen Kongress über den Kabelmarkt?

Freitag: Der Verkauf der Breitbandkabelnetze der Deutschen Telekom ist abgeschlossen. Das Verhältnis zwischen den neuen Eigentümern und der Wohnungswirtschaft muss geklärt werden. Außerdem eröffnen technische Entwicklungen neue Nutzungsmöglichkeiten für die Kabelnetze. Damit erhalten die Wohnungsunternehmen wieder erhebliche Gestaltungsmöglichkeiten.

MieterMagazin: Welches neuartige Angebot könnten Mieter künftig vielleicht nutzen?

Freitag: Von der Betriebskostenabrechnung via Kabel bis zum Mieterkanal gibt es viele technische und inhaltliche Optionen. Für viele Mieter, die das Internet gar nicht oder selten nutzen, wäre der schnelle Griff zur Fernbedienung des TV-Geräts eine praktische Alternative. Ein Mieterkanal wiederum kann als "Schwarzes Brett" oder elektronische Mieterzeitung genutzt werden. Und auch das Surfen im Internet kann über Breitbandkabel wesentlich schneller werden.

MieterMagazin: Das sind aber noch keine spektakulären Zukunftsvisionen.

Freitag: Darum geht es auch nicht. Aber es eröffnen sich neue Chancen der Mediennutzung. Mit Hilfe des Breitbandkabels lassen sich Neuerungen, wie zum Beispiel die Umstellung auf die digitale Programmverbreitung, die für viele zunächst Anpassungsprobleme auslösen dürften, abfedern.

MieterMagazin: Was muss zwischen den Wohnungsunternehmen und den Kabelbetreibern ausgehandelt werden?

Freitag: Das fängt bei der Schnittstelle an. Ein Drittel der Kabelstränge zwischen Keller und Anschlussdose in der Wohnung unterliegen der Gestaltung durch die Wohnungsunternehmen, zwei Drittel liegen heute in der Verantwortung der Kabelbetreiber. Da gibt es zum Beispiel unterschiedliche Regelungen, wer für welche Investitionen aufkommt. Zum anderen sind die bisher verbreiteten langen Laufzeiten für Kabelweiterleitungsverträge von 20 oder 25 Jahren nicht attraktiv. Wenn das Angebot oder die Preise eines Kabelbetreibers nicht mehr passen, muss ein kurzfristiger Wechsel möglich sein. Das ist auch und gerade im Interesse der Mieter.

Interview: Lars Klaaßen

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Die Wohnungswirtschaft verspricht neue Angebote: Internet-Surfen soll mittels Breitbandkabel schneller werden
Foto: Lars Regenhardt

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