MieterMagazin

 Juni 2003 - aktuell

Test Spielplätze

Böses Ende für munteres Treiben

Auf dem Land kann man Kinder in Feld und Flur schicken, wenn ihnen in der Wohnung die Decke auf den Kopf fällt. Doch in Berlin hat nur ein Bruchteil der Familien unmittelbaren und nahen Zugang zu Parks und bespielbaren Grünflächen. Da sind Spielplätze willkommen, ja notwendig. Die aber sollte man nicht sorglos betreten, mahnt die Zeitschrift Öko-Test.

"Das Spiel ist aus" - so titelte die Zeitschrift Öko-Test ihre Untersuchung des Zustands bundesdeutscher Spielplätze. 150 davon ließ sie in Metropolen, darunter 58 in Berlin, vom TÜV in Sachen Sicherheit überprüfen - mit erschreckendem Ergebnis: Auf knapp einem Drittel kann munteres Treiben böse enden.

Nur zehn Plätze bewerteten die Techniker mit "sehr gut", weil absolut mängelfrei. Am anderen Ende der Skala findet man 13 "mangelhafte" Spielplätze und 22 "ungenügende", mithin gefährliche. Berlin steht in punkto Sicherheit an zweiter Stelle hinter Frankfurt/Main, gefolgt von Hamburg und Köln. Die Prüfer fanden etwa Stellen, in denen sich Kordeln, Finger oder gar der Kinderkopf verfangen können. Durch verfaulte Holzmasten oder schadhafte Verankerungen drohten Spielgeräte einzustürzen, Sandkästen seien teils mit spitzen Steinen umrandet. Auch die Verwendung alter Autoreifen steht wegen der darin enthaltenen Schadstoffe auf der Mängelliste.

In Berlin fand der TÜV zwei mangelhafte Plätze. Am Martin-Wagner-Ring (Neukölln/Britz) und in der Zobeltitzstraße/Fasanenpromenade (Reinickendorf) gab es Kordelfangstellen. Die wiesen auch die sieben vollends "ungenügenden" Plätze auf, zudem aber morsche Bretter, herausstehende Nägel und Schrauben sowie sanierungsbedürftige Spielgeräte (Blüthgenstraße/Wilmersdorf, Gabrielenstraße/nahe Tegeler Hafen, Griechische Allee und Kottmeier Straße/Oberschöneweide, Metzer Straße/Prenzlauer Berg, Schillerstraße/Charlottenburg, Sültstraße/nahe Prenzlauer Allee).

Als Ursache der vielen Mängel machte die Untersuchung vor allem unzureichende Kontrollen aus. Am Geld, sprich: an leeren Gemeindekassen, könne es jedenfalls nicht liegen. Dann nämlich, so Öko-Test, müssten die Kommunen mit schmalem Budget die gefährlichsten Spielplätze haben - das sei aber nicht der Fall.

Eltern wird geraten, einen Rundgang über die Spielplätze ihrer Kinder zu machen und "auf offensichtliche Risiken und Verschmutzung" zu achten. Wer an der Standfestigkeit der Geräte zweifele, könne es selbst ausprobieren: Schaukel und Klettergerüst müssen auch "das Gewicht eines schweren Erwachsenen aushalten".

alo

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Die Stiftung Warentest rät: Eltern sollten Spielgeräte
unter die Lupe nehmen
Foto: Kerstin Zillmer

" 14 Prozent aller Spielplätze sind gefährlich."
Aus der Test-Untersuchung

  Weitere Informationen im Internet: www.sicherer-spielplatz.de

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