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Die Zeiten, als Betriebskosten für Vermieter nur Durchreicheposten waren, sind vorbei. Um ihre Vermietungschancen zu steigern, sind vor allem die großen Wohnungsbaugesellschaften bemüht, die Nebenkosten zu drücken. Einige besonders erfolgreiche und innovative Beispiele wurden nun in einem Wettbewerb prämiert.
Ausgeschrieben wurde der Betriebskostenwettbewerb vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Den ersten Preis in der Kategorie "Wohnungsbaugesellschaften" erhielt die WBG Marzahn. Wesentliche Bausteine ihres Konzepts sind neben baulichen Maßnahmen wie Wärmedämmung und Einbau von Kaltwasserzählern vor allem Aktivitäten zur Senkung der Müllkosten. Durch Optimierung der Containeranzahl, flächendeckende Ausstattung mit Recycling-Behältern und Reduzierung des leidigen Sperrmülls konnten die Müllkosten seit 1998 um zehn Prozent gesenkt werden - zusätzlich zu den allgemeinen Preissenkungen der Berliner Stadtreinigung wohlgemerkt. Daneben wurde ein Betriebskostenbeirat aus interessierten Mietern gegründet, der versucht, zusätzliche Möglichkeiten zur Kostensenkung aufzuspüren. Auffällig ist, dass viele Gesellschaften ihre Position als großer Vermieter nutzen konnten, um mit Dienstleistern günstigere Verträge auszuhandeln. So hat die GEWOBAG mit der Firma Alba eine Vereinbarung geschlossen mit dem Ziel einer möglichst kostengünstigen Entsorgung von Abfällen. Für ihr Konzept erhielt die GEWOBAG den dritten Preis. Auch ökologische Maßnahmen können dazu beitragen, Kosten einzusparen. So erreichte die WBG Wilhelmsruh durch eine Mulde zur Versickerung von Regenwasser eine jährliche Kosteneinsparung von 14700 Euro. Die Köwoge, die den zweiten Preis erhielt, ließ in zwei Siedlungen Sonnenkollektoren zur Brauchwasserbereitung und Heizungsunterstützung anbringen. Eine zusätzliche Energieeinsparung konnte durch innovative Techniken wie einer programmierbaren Heizungsregelung erzielt werden. "Die Umweltentlastung ist ein wunderbarer Nebeneffekt, aber für die Mieter muss sich das auch im Portemonnaie bemerkbar machen", sagt Siegfried Rehberg vom BBU. Der Berliner Mieterverein (BMV) begrüßt natürlich alle Aktivitäten, die zur Einsparung von Betriebskosten führen. Viele der jetzt durchgeführten Maßnahmen, wie die Senkung der Anschlusswerte bei Fernwärme oder die Überprüfung der abgeschlossenen Verträge mit Dienstleistern auf Angemessenheit und Leistung, fordert der BMV schon seit langem. "Die Vermieter sind nicht erst zur sparsamen Bewirtschaftung verpflichtet, seit es Leerstand gibt", betont Michael Roggenbrodt vom BMV. Nach wie vor seien zudem viele Betriebskostenabrechnungen nicht korrekt. Wenn alle Vermieter bemüht sind, die Nebenkosten zu senken, müsste dann nicht allmählich der Höhenflug der zweiten Miete gestoppt werden? Obwohl der BBU für seine Mitgliedsunternehmen eindeutig sinkende Nebenkosten angibt, wird dieser Trend durch die allgemeine Betriebskostenentwicklung nicht bestätigt. Im Gegenteil: Das Institut "A&K", das für den Berliner Mietspiegel die durchschnittlichen Nebenkosten ermittelt, hat eine Aufwärtsbewegung festgestellt. Der BBU, dessen Mitgliedsunternehmen rund 40 Prozent des gesamten Berliner Wohnungsbestandes verwalten, verweist zur Erklärung auf eine unterschiedliche Datenbasis. Zu hinterfragen ist zudem, wieso einige Gesellschaften ihren Mietern vor einigen Jahren kalte Betriebskosten von über 2,50 Euro pro Quadratmeter in Rechnung stellen konnten - und nun eine Senkung auf 1,75 als Erfolg feiern.
Birgit Leiß
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